Spanien steht erneut vor einer Woche mit ausgeprägter Wetterinstabilität. Nach dem Durchzug von Tief Ingrid nähert sich mit Joseph ein neues Sturmtief mit hoher Intensität, das in weiten Teilen der Iberischen Halbinsel ergiebige Regenfälle, Schneefall in den Gebirgen, starke Windböen sowie ein erneutes Unwetter an den Küsten bringen wird.
Die Agencia Estatal de Meteorología (Aemet) hat für mehrere Regionen Warnstufen aktiviert und warnt insbesondere im Nordwesten des Landes vor einer potenziell gefährlichen Lage
Galicien im Zentrum des neuen Unwetters
Besonders kritisch ist die Situation in Galicien, vor allem in der Provinz Pontevedra. Dort gilt rote Warnstufe, die höchste Alarmstufe der Aemet.
In einzelnen Gebieten könnten mehr als 120 Liter pro Quadratmeter innerhalb von nur zwölf Stunden fallen. Entsprechend hoch ist das Risiko von Überschwemmungen, über die Ufer tretenden Flüssen und raschen Wasseranstiegen.
Das Tief Joseph wurde vom Instituto Português do Mar e da Atmosfera (IPMA) benannt und wird Spanien in den kommenden Tagen großflächig beeinflussen.
Anhaltende und weit verbreitete Regenfälle
Nach Berechnungen von Meteored sind die Niederschläge nicht nur intensiv, sondern auch ungewöhnlich persistent:
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Über 50 l/m² in 24 Stunden im Westen und Süden Galiciens, in der Sierra de Gredos, in Grazalema sowie in Teilen des Südostens.
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10 bis 25 l/m² entlang der Kantabrischen Küste, in beiden Kastilien, den Pyrenäen und in Zentralandalusien.
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Zwischen Dienstag und Mittwoch könnten lokal über 100 l/m² in Galicien, Extremadura, im Westen von Kastilien und León sowie in andalusischen Gebirgsregionen wie der Sierra Nevada oder den Sierras de Cazorla und Segura erreicht werden.
Auch am Donnerstag und Freitag ziehen weitere aktive Fronten durch, erneut mit Schwerpunkt in der westlichen Landeshälfte.
Schneefall bis in tiefere Lagen möglich
Ab Dienstagabend wird ein deutlicher Rückgang der Schneefallgrenze erwartet. Schneefälle sind in nahezu allen Gebirgssystemen der Halbinsel möglich, mit den größten Mengen in der Kantabrischen Kordillere, den Pyrenäen, dem Zentralsystem, der Sierra Nevada sowie den Gebirgen im Südosten.
Vereinzelt ist Schnee auch in nördlichen Provinzhauptstädten wie Ávila, Segovia, Burgos, Soria, León oder Palencia nicht ausgeschlossen.
Temperaturen: milder Start, winterlicher Einschnitt
Zu Wochenbeginn bleiben die Temperaturen vergleichsweise mild. Am Mittwoch jedoch erreicht polare Kaltluft die Iberische Halbinsel:
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Tiefstwerte von 1 bis 4 °C im Landesinneren
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Leichte Fröste in der nördlichen Hochebene und in höheren Lagen
Ab Donnerstag ist wieder mit einer spürbaren Erwärmung zu rechnen. In Teilen der Mittelmeerküste könnten die Höchstwerte dank Westwinden sogar über 20 °C steigen.
Behörden mahnen zur Vorsicht
Aemet und der Zivilschutz rufen dazu auf, größte Vorsicht walten zu lassen, unnötige Fahrten in betroffenen Regionen zu vermeiden, keine überfluteten Bereiche zu queren und sich kontinuierlich über offizielle Kanäle zu informieren.
Ein neues Sturmtief nähert sich – und unterstreicht, dass der Winter in Spanien weiterhin von extremen Wetterlagen geprägt ist.
