Redaktion Spanien Press
Mitten im Stadtviertel Santa Catalina, zwischen engen Gassen voller Duft nach Orangenblüten, liegt ein Ort, der mehr Geschichte atmet als so manches Museum: El Rinconcillo, die älteste Bar Sevillas – und eine der ältesten ganz Spaniens. Gegründet im Jahr 1670, lebt dieser Tempel der Tapas und Tradition weiter, als wäre die Zeit einfach stehen geblieben. Die dunkle Mahagonibar, die alten Holzregale voller Flaschen und Geschichten – hier scheint jeder Zentimeter etwas zu erzählen.
WLAN oder Bildschirme sucht man vergeblich. Stattdessen gibt es Menschen, Stimmen, Teller, Wein und Zeit. Vielleicht ist es genau das, was nationale und internationale Berühmtheiten gleichermaßen anzieht. Ob Hollywood-Stars, Politiker oder Spitzenköche – sie alle kehrten schon ein. Einer der bekanntesten Gäste war Harrison Ford, der während der Dreharbeiten zu Indiana Jones and the Dial of Destiny hier auf ein paar Tapas vorbeischaute.
Doch aufgepasst: Reservierungen gibt es keine. Ganz gleich ob Weltstar oder Nachbar von nebenan – man stellt sich hinten an, wie alle anderen auch. Und das ist in Sevilla fast schon Ehrensache. „Wir mussten warten, aber es hat sich gelohnt“, soll Harrison Ford gesagt haben.
Eine Bar, die Jahrhunderte gesehen hat
Gelegen in der Calle Gerona 40, nur wenige Schritte von der Kirche Santa Catalina entfernt, bewahrt El Rinconcillo seinen barocken Charme bis ins kleinste Detail. Die Bestellungen werden noch heute mit Kreide auf die Theke geschrieben, und der Fliesenboden scheint schon Tausende Geschichten und Gelächter gehört zu haben.

Die berühmteste Tapa: Spinat mit Kichererbsen
Die Speisekarte ist bodenständig und typisch andalusisch – mit Klassikern wie Kroketten, Jamón, Kabeljau, Pringá oder gereiftem Käse. Doch die unumstrittene Spezialität des Hauses ist der Spinat mit Kichererbsen. Ein einfaches Gericht mit maurischen und klösterlichen Wurzeln, das hier mit so viel Liebe zubereitet wird, dass es längst über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. Kein Tourist verlässt El Rinconcillo, ohne es probiert zu haben.
Tradition ohne Abkürzungen
In El Rinconcillo gibt es keine Tricks, keine VIP-Zugänge. Wer Teil der Erfahrung sein will, muss warten. Die Schlange gehört dazu – genauso wie das Stimmengewirr, das Klirren der Gläser und der Kellner, der die Tapas wie Gedichte aufsagt. Und wenn man endlich einen Platz an der Bar oder am Tisch ergattert hat, weiß man: Es hat sich gelohnt.

Ein Stück Sevilla, das bleibt
In einer Stadt, die sich ständig verändert, verschönert und neu erfindet, bleibt El Rinconcillo ein fester Ankerpunkt. Mehr als nur eine Bar: ein lebendiges Stück Sevilla, ein Treffpunkt der Generationen und ein Muss für alle, die die wahre Seele dieser Stadt verstehen wollen.
Und wenn selbst Harrison Ford begeistert war…
