Aemet bestätigt den heißesten Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen – CO₂-Konzentration erreicht ebenfalls neue Höchstwerte
Redaktion Spanien Press
Der Juni 2025 entwickelt sich zum heißesten Juni seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen in Spanien. Das bestätigte am Freitag die staatliche Wetteragentur Aemet, die auf eine beispiellose Serie von außergewöhnlich heißen Tagen im gesamten Staatsgebiet verweist. Gleichzeitig meldeten Klimaforscher einen weiteren Höchststand bei der CO₂-Konzentration in der Atmosphäre – ein deutliches Warnsignal im Kontext der globalen Erwärmung.
Temperaturen weit über dem saisonalen Durchschnitt
Besonders betroffen waren Regionen im Südosten der Halbinsel, Teile von Andalusien, Extremadura sowie die zentrale Hochebene rund um Madrid und Kastilien-La Mancha. In mehreren Provinzen wurden Tageshöchstwerte von über 44 Grad Celsius gemessen – Werte, die sonst eher im Hochsommer, nicht aber in der ersten Junihälfte auftreten.
Warnstufe Rot: Gesundheitsbehörden alarmiert
Aufgrund der extremen Temperaturen haben mehrere regionale Gesundheitsdienste die Warnstufe Rot ausgerufen. Besonders ältere Menschen, chronisch Kranke und Kinder seien einem erhöhten Risiko ausgesetzt. In Krankenhäusern wurden vermehrt Fälle von Hitzschlag, Kreislaufkollaps und Atemwegserkrankungen registriert.
Das Gesundheitsministerium empfiehlt, Aufenthalte im Freien zwischen 12 und 18 Uhr zu vermeiden, ausreichend Wasser zu trinken und körperliche Aktivitäten auf die kühleren Tageszeiten zu verschieben.
Landwirtschaft, Energie und Tourismus unter Druck
Auch wirtschaftlich sind die Folgen spürbar. Die Landwirtschaft leidet unter Wassermangel und Ernteausfällen, der Stromverbrauch steigt durch die intensive Nutzung von Klimaanlagen auf Rekordwerte, und im Tourismus mehren sich Absagen aufgrund der Hitzewarnungen.
Die spanische Regierung hat angekündigt, im Rahmen ihres Klimaanpassungsplans zusätzliche Maßnahmen zur Hitzebekämpfung in Städten sowie zur Wasserbewirtschaftung zu ergreifen.
Der Juni 2025 markiert eine neue Realität für Spanien: Die Klimaerwärmung ist kein fernes Zukunftsszenario mehr, sondern zeigt sich in konkreten, messbaren Extremen. Politik, Gesellschaft und Wirtschaft stehen vor der Aufgabe, sich an diese veränderten Bedingungen schnell und wirksam anzupassen.
