20 de Juni de 2025
Lesezeit 1 Minute

Guardia Civil durchsucht Parteizentrale der PSOE

 

Zugriff auf E-Mails von Santos Cerdán und Ex-Minister Ábalos – Verdacht auf illegale Auftragsvergabe

Redaktion Spanien Press Madrid, 20. Juni 2025

Im Rahmen einer großangelegten Antikorruptionsermittlung hat die Zentrale Einheit der Guardia Civil (UCO) mehrere wichtige Institutionen in der spanischen Hauptstadt durchsucht. Ziel des Einsatzes war es, digitale und physische Beweismittel zu sichern, die mit dem sogenannten „Fall PSOE“ in Verbindung stehen – einer mutmaßlichen Korruptionsaffäre, die den inneren Zirkel der sozialistischen Regierungspartei betrifft.

Betroffen von den Durchsuchungen sind neben der Zentrale der PSOE in der Calle Ferraz auch das Transportministerium, die spanische Eisenbahninfrastrukturgesellschaft Adif sowie die Direktion für Straßenbau.

Ermittlungen im Auftrag des Obersten Gerichtshofs

Die Maßnahme erfolgte auf richterliche Anordnung von Leopoldo Puente, dem zuständigen Untersuchungsrichter am Obersten Gerichtshof. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht unter anderem der Zugriff auf dienstliche E-Mail-Konten von Santos Cerdán – ein führender Parteifunktionär und enger Vertrauter von Premierminister Pedro Sánchez – sowie auf die digitalen Kommunikationsdaten von José Luis Ábalos, dem früheren Verkehrsminister.

Der Zugriff auf diese Konten soll Aufschluss über mögliche illegale Zahlungen im Rahmen öffentlicher Auftragsvergaben geben. Laut richterlichem Beschluss dürfen die Ermittler nicht nur die offiziellen Mail-Konten der Betroffenen klonen, sondern auch alle weiteren elektronischen Spuren sichern, die mit den Vorgängen in Zusammenhang stehen könnten.

Fokus auf das Verkehrsministerium und staatliche Infrastrukturträger

Besonderes Augenmerk liegt auf der Rolle des Verkehrsministeriums, das in den letzten Jahren eine Schlüsselrolle bei Großprojekten im Infrastrukturbereich spielte. Der amtierende Minister, Óscar Puente, wurde angewiesen, den IT-Fachkräften der Guardia Civil vollen Zugang zu gewähren, um insbesondere das E-Mail-Konto seines Vorgängers José Luis Ábalos forensisch zu sichern.

Darüber hinaus sollen bei Adif und der Direktion für Straßenbau sämtliche Ausschreibungsunterlagen mutmaßlich manipulierten Projekten überprüft werden. In einem früheren Polizeibericht wurden mehrere Vergaben bereits als „unregelmäßig“ eingestuft.

Politisches Beben in der Regierungspartei

Der sogenannte „Fall PSOE“ hat inzwischen höchste Kreise der spanischen Politik erreicht. Mit Santos Cerdán steht ein enger Parteistratege von Pedro Sánchez im Zentrum der Ermittlungen. Laut Ermittlungsakten geht es um mögliche Bestechungszahlungen, verdeckt über Subunternehmer und Strohmänner abgewickelt. Beide Hauptbeschuldigten – Cerdán und Ábalos – hatten ihre Ämter im Zuge der Affäre niedergelegt.

Weitreichende Ermittlungen in Spaniens Machtzentren

Der koordinierte Zugriff auf Parteizentrale, Ministerien und staatliche Unternehmen verdeutlicht den Ernst der Vorwürfe. Es handelt sich um einen der größten politisch motivierten Antikorruptionseinsätze der letzten Jahre in Spanien. Die weiteren Entwicklungen könnten weitreichende juristische und politische Folgen nach sich ziehen.

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