Feria in Sevilla: Wer Betrunkene filmt, riskiert hohe Strafen

Rebujito KI generiert

Die Feria startet – und zieht Tausende an

Die Feria de Abril in Sevilla steht kurz vor dem Start und gehört zu den bekanntesten Festen Spaniens. Jedes Jahr kommen Tausende Besucher, um eine Woche lang Musik, Tanz, Pferdekutschen und die besondere Atmosphäre der andalusischen Tradition zu erleben. Die Stimmung ist ausgelassen, die Nächte lang – und genau das macht die Feria so einzigartig

Redaktion Spanien Press

Rebujito: Der Drink, der unterschätzt wird

Ein zentraler Bestandteil der Feria ist der sogenannte Rebujito. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Manzanilla-Sherry oder trockenem Fino und Zitronenlimonade, die eisgekühlt und meist in großen Kannen serviert wird. Gerade weil es auf der Feria oft heiß ist und man viel trinkt, wird der Rebujito schnell in größeren Mengen konsumiert. Er schmeckt leicht und erfrischend, wodurch viele den Alkohol unterschätzen. In Wirklichkeit wirkt er jedoch schneller und stärker als erwartet – und genau deshalb sind viele Besucher früher als gedacht stockbetrunken.

Vom Spaß zum viralen Trend

In den vergangenen Jahren haben sich immer mehr Videos verbreitet, die betrunkene Feria-Besucher in peinlichen oder unvorteilhaften Momenten zeigen. Häufig werden solche Clips unter Hashtags wie #papagorda (andalusischer Slang für „stockbetrunken“) veröffentlicht und millionenfach geteilt. Was für einige als unterhaltsam gilt, bedeutet für die Betroffenen oft eine öffentliche Bloßstellung.

Klare Warnung der Behörden

Bereits bei der letzten Feria wurde deutlich, dass die Behörden dieses Verhalten nicht mehr tolerieren. Der Consejo Audiovisual de Andalucía warnte ausdrücklich davor, solche Videos ohne Zustimmung der betroffenen Personen zu filmen und zu veröffentlichen. Denn auch auf einem öffentlichen Fest gelten in Spanien klare Rechte – darunter das Recht auf Privatsphäre, das Recht auf Ehre und das Recht am eigenen Bild. Wer dagegen verstößt, muss mit Konsequenzen rechnen. Geldstrafen von bis zu 10.000 Euro sind möglich, und solche Fälle sind bereits bekannt geworden.

Öffentlichkeit schützt nicht vor Strafen

Viele Besucher gehen davon aus, dass auf einem öffentlichen Event alles erlaubt ist. Genau das ist jedoch ein Irrtum. Das Filmen an sich ist nicht verboten, wohl aber das Veröffentlichen von Aufnahmen, die Personen ohne deren Einwilligung zeigen – insbesondere dann, wenn sie sich in einer kompromittierenden Situation befinden.

Feiern ja – aber mit Vorsicht

Die Feria de Abril bleibt ein einzigartiges Erlebnis und lebt von ihrer offenen, ausgelassenen Atmosphäre. Doch im Zeitalter von Smartphones und sozialen Netzwerken hat sich der Umgang mit solchen Momenten verändert. Nicht alles gehört ins Internet, und nicht jeder scheinbar lustige Clip bleibt ohne Folgen. Wer die Feria besucht, sollte die Stimmung genießen – aber beim Filmen und Posten vorsichtig sein. Denn aus einem kurzen Video kann schnell eine sehr teure Entscheidung werden.

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