25. September 2026
Lesezeit 2 Minuten

Feuerwehr entdeckt 400 Meter lange unterirdische Unterkunft von Migranten in Ceuta

In einer verlassenen unterirdischen Militärgalerie in Ceuta wurden Matratzen, Kleidung und persönliche Gegenstände gefunden. Offenbar hatten Migranten die rund 400 Meter langen Tunnel als Unterkunft genutzt (Credit: KI generiert)

In Ceuta haben Feuerwehrleute eine rund 400 Meter lange unterirdische Galerie entdeckt, die offenbar von Migranten als Unterkunft genutzt wurde. Die Einsatzkräfte stießen während eines Feuerwehreinsatzes auf die ungewöhnliche Behausung. In den verlassenen Tunneln fanden sie unter anderem Matratzen, Kleidung, Kochutensilien, Lebensmittelreste und persönliche Gegenstände.

Redaktion Spanien Press

von Marlon Gallego Bosbach

Nach Angaben spanischer Medien handelt es sich bei der Anlage um eine ehemalige militärische Infrastruktur, die heute nicht mehr regulär genutzt wird. Die unterirdische Galerie verläuft demnach zwischen der Playa del Sarchal und dem heutigen Universitätsgelände.

Hinweise auf längeren Aufenthalt

Dass die Tunnel nicht nur vorübergehend als Versteck dienten, zeigen zahlreiche Gegenstände, die die Feuerwehr dort vorfand. Neben Matratzen und Decken entdeckten die Einsatzkräfte Kleidung, Töpfe, Behälter, Lebensmittelreste und große Mengen Müll.

Auch aufblasbare Boote und eine Surftafel wurden in der unterirdischen Anlage gefunden. Die Gegenstände deuten darauf hin, dass sich dort über längere Zeit Menschen aufgehalten haben. Zum Zeitpunkt des Feuerwehreinsatzes befanden sich allerdings keine Personen mehr in der Galerie.

Brand führte die Feuerwehr zu den Tunneln

Entdeckt wurde die Unterkunft im Zusammenhang mit einem Brand in der unterirdischen Anlage. Nach ersten Angaben könnte ein improvisierter Kocher das Feuer verursacht haben. In den Tunneln wurden unter anderem verbrannte Matratzen gefunden.

Die Bedingungen vor Ort waren für die Einsatzkräfte schwierig. Die Galerie ist dunkel, teilweise schwer zugänglich und mit zahlreichen Gegenständen und Abfällen gefüllt. Gleichzeitig stellt eine solche Umgebung ein erhebliches Risiko für Menschen dar, die dort übernachten.

Wie viele Menschen dort lebten, ist unklar

Die genaue Zahl der Menschen, die die Tunnel als Unterkunft genutzt haben, lässt sich derzeit nicht bestimmen. Spanische Medien berichten von mehreren Dutzend möglichen Bewohnern, teilweise ist von einer Kapazität von etwa 50 Personen die Rede.

Andere Schätzungen fallen deutlich höher aus und sprechen von möglicherweise bis zu mehreren hundert Menschen, die sich zumindest zeitweise in dem weitläufigen Tunnelsystem aufgehalten haben könnten. Eine bestätigte Zahl gibt es bislang nicht.

Fest steht jedoch, dass die Menge der zurückgelassenen Gegenstände auf eine regelmäßige und längerfristige Nutzung hindeutet.

Alte Militäranlage innerhalb von Ceuta

Bei der Galerie handelt es sich um einen Teil einer ehemaligen militärischen Infrastruktur. Der Zugang war offenbar ursprünglich verschlossen. Nach Angaben der Feuerwehr wurde die Absperrung geöffnet, sodass Menschen in die unterirdische Anlage gelangen konnten.

Entgegen teilweise aufgekommenen Spekulationen handelt es sich dabei nicht um einen unterirdischen Tunnel nach Marokko. Die Galerie befindet sich vollständig auf dem Gebiet von Ceuta. Nach dem Fund soll der Zugang wieder gesichert worden sein. Zudem wurden Maßnahmen ergriffen, um zu verhindern, dass die Anlage erneut als Unterkunft genutzt wird.

Feuerwehr warnt vor weiteren Galerien

Besonders bemerkenswert ist der Hinweis, dass die jetzt entdeckte Unterkunft offenbar kein Einzelfall sein muss. In Ceuta gibt es zahlreiche alte militärische Anlagen und unterirdische Galerien. So ist nicht ausgeschlossen, dass auch andere dieser Orte von Menschen als Schlafplätze genutzt werden.

Damit stellt sich für die Behörden nicht nur die Frage, wie der jetzt entdeckte Zugang dauerhaft gesichert werden kann. Es geht auch darum, ob weitere stillgelegte Anlagen kontrolliert werden müssen.

Prekäre Unterkunft inmitten der Migrationskrise

Der Fund verdeutlicht zugleich die schwierigen Bedingungen, unter denen sich ein Teil der Migranten in Ceuta aufhält. Die Stadt ist weiterhin mit den Folgen der jüngsten Migrationsbewegungen konfrontiert. Neben offiziellen Einrichtungen suchen manche Menschen offenbar nach alternativen Schlafplätzen – in diesem Fall sogar in einer verlassenen unterirdischen Militäranlage.

Die Entdeckung wirft damit auch ein Schlaglicht auf die Frage, welche bislang wenig sichtbaren Unterkünfte sich in Ceuta entwickelt haben. Für die Feuerwehr steht dabei vor allem die Sicherheit im Vordergrund: Ein Brand in einem solchen Tunnelsystem könnte für die dort lebenden Menschen schnell lebensgefährlich werden.

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