Andalusien, 2. Juni 2025
Redaktion Spanien Press
Obwohl der Sommer offiziell erst in drei Wochen beginnt, spürt Andalusien bereits jetzt die Auswirkungen außergewöhnlich hoher Temperaturen. In Kombination mit dem Beginn der touristischen Hochsaison führt dies zu einem deutlichen Anstieg des Wasserverbrauchs – und das macht sich in den Stauseen der Region bemerkbar.
Aktuell lagern die andalusischen Stauseen nur noch rund 7.200 Hektometerkubik (hm³) Wasser, und der Trend zeigt weiter nach unten.
Der Guadalquivir verliert Wasser seit Mitte Mai
Die Lage ist besonders kritisch in der Guadalquivir-Flussregion, dem größten Wassereinzugsgebiet Andalusiens.
Seit dem 10. Mai verliert die Region mehr Wasser, als sie aufnimmt:
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Allein am letzten Tag wurden über 10 hm³ abgegeben, während nur 2 hm³ durch Zufluss (Regen, Flüsse) ergänzt wurden.
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Die 49 Stauseen der Region sind derzeit zu weniger als 60 % gefüllt.
Unterschiedliche Lage in weiteren Wassereinzugsgebieten
Tinto-Odiel-Piedras (Provinz Huelva):
Am besten gefüllt: 72 % der Gesamtkapazität, etwa 827 hm³.
Guadalete-Barbate (Provinz Cádiz):
Fast 900 hm³, was 54 % der Kapazität entspricht.
Mittelmeerküstengebiete (Málaga, Granada, Almería):
Hier sind 675 hm³ gespeichert (58 %).
Als einziges Gebiet konnten sie Wasserreserven steigern, dank lokaler Regenfälle.
Die anderen Becken verzeichneten in wenigen Tagen einen Verlust von mehr als 11 hm³.
Ein vorgezogener Sommer belastet das Wassersystem
Obwohl noch kein kalendarischer Sommer ist, herrschen bereits Temperaturen wie im Juli. Der gestiegene Wasserbedarf durch Haushalte, Landwirtschaft und Tourismus stellt das andalusische Wassersystem vor große Herausforderungen.
Andalusien gehört zu den heißesten Regionen Europas und ist stark auf die Stauseen angewiesen, um Bevölkerung und Wirtschaft zu versorgen.
Die aktuelle Entwicklung verdeutlicht erneut, wie dringend eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung im Süden Europas wird – insbesondere im Zeichen des Klimawandels, der extreme Wetterlagen verschärft.
