Ein erschütternder Fall von mutmaßlicher Tierquälerei sorgt derzeit in den sozialen Netzwerken für Entsetzen. In der Ortschaft Llano de Brujas, einem zur Stadt Murcia gehörenden Stadtteil, wurden eine Hündin und ihr Welpe aus einer Bewässerungsrinne („Acequia“) gerettet. Nach Angaben der Retter waren die Tiere ausgesetzt worden – offenbar mit einem angebrachten Ziegelstein, der ihre Flucht unmöglich machen sollte.
Redaktion Spanien Press
von Marlon Gallego Bosbach
Die dramatischen Szenen wurden auf Video festgehalten und verbreiteten sich innerhalb kürzester Zeit über verschiedene soziale Netzwerke. Besonders die Aufnahmen der Befreiung lösten zahlreiche Reaktionen aus und führten zu einer Welle der Empörung unter Tierfreunden.
Zufällige Entdeckung verhindert Schlimmeres
Der Rettungseinsatz kam offenbar nur durch einen glücklichen Zufall zustande. Alejandro López und seine Ehefrau entdeckten die Tiere in einem Bewässerungskanal in Llano de Brujas und bemerkten sofort, dass sich die Hündin und ihr Jungtier in einer lebensbedrohlichen Lage befanden.
Den Aufnahmen zufolge befanden sich die Hunde in einer mit Wasser gefüllten Acequia, wie sie in der Huerta von Murcia weit verbreitet sind. Das Gebiet rund um Llano de Brujas wird von einem historischen Netz solcher Bewässerungskanäle durchzogen, die teilweise offen verlaufen und seit Jahrhunderten für die Landwirtschaft genutzt werden.
Während viele Passanten möglicherweise vorbeigegangen wären, handelte das Paar sofort. Gemeinsam gelang es ihnen, die Tiere zu erreichen und die Befestigung zu lösen. Anschließend konnten die Hunde aus dem Wasser geborgen werden.
Ziegelstein sollte offenbar die Rettung verhindern
Besonders schockierend ist ein Detail des Vorfalls: Nach Angaben der Beteiligten war den Tieren ein Ziegelstein angebunden worden. Dieser hätte dazu führen können, dass die Hunde das Ufer nicht erreichen oder sich aus eigener Kraft befreien konnten.
Ob das Gewicht dazu dienen sollte, die Tiere am Entkommen zu hindern oder sogar ihren Tod herbeizuführen, ist bislang nicht offiziell bestätigt. Die Bilder lassen jedoch erkennen, dass die Hunde ohne das Eingreifen der Retter vermutlich kaum eine Überlebenschance gehabt hätten.
Vor allem der Welpe hätte den Strapazen in dem Kanal wohl nicht lange standhalten können.
Video geht viral
Die Aufnahmen der Rettung wurden anschließend vom Tierschutzaktivisten Manuel García veröffentlicht und vielfach geteilt. Auch spanische Medien und Social-Media-Kanäle griffen den Fall auf. Millionen Nutzer reagierten mit Fassungslosigkeit und Wut auf die Bilder.
In den Kommentaren fordern zahlreiche Menschen eine konsequente Aufklärung des Vorfalls und harte Strafen für die Verantwortlichen.
Viele Nutzer lobten gleichzeitig den Mut und das schnelle Handeln der Retter, die nicht zögerten, den Tieren zu helfen.
@instarescates📍LLANO DE BRUJAS, MURCIA ¡BUSCAMOS AL RESPONSABLE!⚠️ Una pareja encuentra a una perrita dentro de una acequia con un ladrillo atado a su cuerpo. Por suerte el nivel del agua no era más alto que ella y se pudo salvar. Al parecer, alguien la tiró a ella y a su cachorro, que estaba a escasos metros, en un arbusto de un saliente, también empapado. Como si él hubiese podido salir por su cuenta, ya que no tenía nada atado. Mil gracias a Alejandro y su mujer, por sacarlos y cuidar de ellos hasta el momento. Buscamos acogida o un refugio donde ambos puedan seguir juntos hasta encontrar un hogar 🙏🏼♬ Melancholic – Perfect, so dystopian
Tieraussetzungen bleiben ein großes Problem in Spanien
Der Fall aus Murcia wirft erneut ein Schlaglicht auf das weiterhin bestehende Problem ausgesetzter Haustiere in Spanien. Tierschutzorganisationen berichten seit Jahren von tausenden Hunden und Katzen, die jedes Jahr abgegeben oder ausgesetzt werden.
Besonders ländliche Gebiete und abgelegene Regionen werden immer wieder zu Schauplätzen solcher Fälle. Immer häufiger sorgen dabei Handyvideos und soziale Netzwerke dafür, dass Tierquälerei öffentlich wird und die Behörden unter Druck geraten, Ermittlungen einzuleiten.
Hoffnung auf ein neues Leben
Trotz der grausamen Umstände endet diese Geschichte zumindest vorerst mit einem Hoffnungsschimmer. Dank des schnellen Eingreifens von Alejandro López und seiner Frau konnten die Hündin und ihr Welpe lebend gerettet werden.
Die Bilder ihrer Befreiung zeigen eindrucksvoll, wie wichtig Zivilcourage sein kann. Während die Suche nach den Verantwortlichen möglicherweise noch andauert, haben die beiden Hunde nun zumindest die Chance auf ein sicheres und besseres Leben.
Der Vorfall ereignete sich in Llano de Brujas, einem Stadtteil von Murcia, der für sein weit verzweigtes Netz traditioneller Bewässerungskanäle bekannt ist.

