Sommer, Freunde, ein Grill und ein Abend unter freiem Himmel – was harmlos klingt, kann in Spanien schnell zum Problem werden. Wegen der hohen Waldbrandgefahr gelten vielerorts strenge Regeln für offenes Feuer. Wer sie ignoriert, riskiert empfindliche Geldstrafen – und im Extremfall sogar strafrechtliche Konsequenzen.
Redaktion Spanien Press
Für viele gehört es zum spanischen Sommer einfach dazu: draußen essen, Freunde einladen und den Grill anwerfen. Doch gerade in den heißesten Monaten des Jahres ist dabei Vorsicht geboten.
Denn ein Grill ist rechtlich nicht überall nur ein Grill. Sobald Holzkohle, Holz oder anderes offenes Feuer ins Spiel kommen, können Vorschriften zum Brand- und Naturschutz greifen.
Das gilt insbesondere an Stränden, in Parks, Grünanlagen, Waldgebieten und auf nicht ausdrücklich dafür vorgesehenen öffentlichen Flächen.
Wer dort einfach den Grill aufstellt, kann eine unangenehme Überraschung erleben.
Entscheidend ist nicht nur der Ort
Ob Grillen erlaubt ist, hängt in Spanien nicht allein davon ab, wo man sich befindet. Auch Jahreszeit, Wetter und die aktuelle Waldbrandgefahr können entscheidend sein.
Während längerer Trockenperioden können Behörden das Entzünden von Feuer erheblich einschränken oder vollständig untersagen. Bei großer Hitze oder starkem Wind können zusätzliche Verbote gelten.
Gerade im Hochsommer ist die Situation besonders sensibel. Ausgetrocknete Vegetation, hohe Temperaturen und Wind reichen mitunter aus, damit aus einem einzigen Funken innerhalb kürzester Zeit ein größerer Brand entsteht.
Deshalb sollten Urlauber und Residenten nicht davon ausgehen, dass eine vorhandene Grillstelle automatisch jederzeit benutzt werden darf.
Regionale oder kommunale Behörden können die Nutzung zeitweise untersagen.
Von kleineren Bußgeldern bis zu Tausenden Euro
Wie teuer ein unerlaubtes Barbecue werden kann, lässt sich für ganz Spanien nicht mit einer einzigen Summe beantworten.
Die Vorschriften unterscheiden sich je nach autonomer Gemeinschaft und Kommune. Hinzu kommt die Frage, ob lediglich gegen eine örtliche Regel verstoßen wurde oder tatsächlich eine erhebliche Brandgefahr beziehungsweise ein Schaden entstanden ist.
Bei leichteren Verstößen können bereits Bußgelder von mehreren Dutzend bis mehreren Hundert Euro fällig werden.
Deutlich ernster wird es, wenn ohne Genehmigung Feuer in einem Gebiet mit besonderem Brandrisiko entzündet wird. Dann können Sanktionen in den Bereich von mehreren Tausend Euro steigen.
Und damit ist die finanzielle Verantwortung noch längst nicht beendet.
Wenn aus dem Grillfeuer ein Waldbrand wird
Der entscheidende Unterschied beginnt dort, wo aus Fahrlässigkeit tatsächlicher Schaden entsteht.
Wer einen Brand verursacht, kann nicht nur mit einer Geldstrafe konfrontiert werden. Unter bestimmten Voraussetzungen können dem Verantwortlichen auch die Kosten für Feuerwehr, Löschflugzeuge, Hubschrauber und weitere Maßnahmen zur Brandbekämpfung auferlegt werden.
Bei schweren Umweltschäden können die finanziellen Konsequenzen drastisch steigen.
Besonders schwerwiegende Verstöße können Sanktionen bis in sehr hohe sechsstellige Beträge oder darüber hinaus nach sich ziehen.
Und wenn durch einen verursachten Brand Menschenleben gefährdet werden, geht es längst nicht mehr nur um ein Bußgeld.
Dann kann aus einem vermeintlich harmlosen Sommerabend ein strafrechtlicher Fall werden, bei dem je nach konkretem Sachverhalt auch erhebliche Freiheitsstrafen möglich sind.
Besonders im spanischen Hochsommer gilt Vorsicht
Die Regeln haben einen ernsten Hintergrund.
Spanien erlebt regelmäßig Perioden extremer Hitze und Trockenheit, in denen weite Teile der Landschaft eine hohe oder extreme Waldbrandgefahr aufweisen.
Ein Funke, glühende Kohle oder nicht vollständig gelöschte Asche können unter solchen Bedingungen ausreichen, um Vegetation in Brand zu setzen.
Deshalb kontrollieren Gemeinden und regionale Behörden während der Sommermonate besonders streng.
Auch wer auf einem privaten Grundstück grillt, sollte die örtlichen Vorschriften prüfen. Je nach Lage des Grundstücks, Nähe zu Waldflächen, Art des Grills und aktueller Gefahrenstufe können Einschränkungen gelten.
Vor dem Grillen besser die örtlichen Regeln prüfen
Eine einfache Faustregel für ganz Spanien gibt es nicht.
Was in einer Gemeinde erlaubt ist, kann wenige Kilometer weiter bereits verboten sein. Hinzu kommen vorübergehende Einschränkungen aufgrund von Hitze, Trockenheit oder Waldbrandgefahr.
Wer im Sommer in Spanien grillen möchte, sollte deshalb vorher prüfen, ob der gewählte Platz dafür ausdrücklich vorgesehen ist und ob aktuell Einschränkungen gelten.
Das gilt besonders für Strände, Naturgebiete, Wälder und öffentliche Grünflächen.
Denn aus einem spontanen Barbecue kann in Spanien schnell ein sehr teurer Sommerabend werden.
