Ein Großbrand in der Provinz Huesca hält die Einsatzkräfte in Atem. Rund 4.000 Hektar sind bereits betroffen, mehr als 400 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Gleichzeitig steigt die Sorge vor dem Waldbrandrisiko rund um die für Mittwoch erwartete totale Sonnenfinsternis.
Redaktion Spanien Press
von Marlon Gallego Bosbach
In Aragón kämpfen die Einsatzkräfte gegen einen großflächigen Waldbrand. Das Feuer war am Montag im Gebiet von Las Peñas de Riglos in der Provinz Huesca ausgebrochen und hat sich seitdem deutlich ausgebreitet. Nach aktuellen Angaben sind inzwischen rund 4.000 Hektar betroffen.
Die Lage bleibt schwierig. Das Feuer breitet sich insbesondere in bewaldeten Gebieten aus, während die Einsatzkräfte versuchen, die Flammen an mehreren Fronten einzudämmen. Rund 400 Einsatzkräfte und zahlreiche Luftfahrzeuge sind inzwischen an den Löscharbeiten beteiligt. Auch die spanische Unidad Militar de Emergencias (UME) wurde eingesetzt.
Acht Ortschaften evakuiert
Die Ausbreitung des Feuers hat umfangreiche Evakuierungen notwendig gemacht. Insgesamt mussten inzwischen acht Ortschaften geräumt werden. Betroffen sind Villalangua, Salinas de Jaca, Ena, Centenero, Arbués, Bailo, Alastuey und Larués.
Nach aktuellen Angaben mussten rund 440 Menschen ihre Häuser verlassen. Die Evakuierten wurden unter anderem in Ayerbe und Jaca untergebracht.
Auch die Verkehrssituation in der Region ist beeinträchtigt. Unter anderem wurden Abschnitte der A-132 zwischen Murillo de Gállego und Bailo sowie der A-1205 zwischen Triste und Santa María de la Peña gesperrt.
Hunderte Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen
Das Aufgebot zur Bekämpfung des Feuers wurde deutlich verstärkt. Neben den regionalen Einsatzkräften sind auch Einheiten der UME sowie weitere Spezialkräfte beteiligt. Insgesamt kommen zahlreiche Löschfahrzeuge, Bulldozer und rund zwei Dutzend Luftfahrzeuge zum Einsatz. Unterstützung erhalten die Einsatzkräfte unter anderem aus Navarra und Katalonien.
Die Wetterbedingungen sorgen dabei für eine wechselhafte Situation. Niedrigere Temperaturen und eine höhere Luftfeuchtigkeit haben die Arbeit der Feuerwehr zeitweise erleichtert. Gleichzeitig kann der erwartete Südwind die Ausbreitung des Feuers erneut beschleunigen.
Ursache des Brandes noch unklar
Warum das Feuer ausgebrochen ist, steht bislang nicht fest. Die Ermittlungen laufen. Mit der Untersuchung der möglichen Brandursache ist unter anderem der Naturschutzdienst der Guardia Civil, Seprona, befasst.
Die außergewöhnlich trockenen Bedingungen verschärfen die Situation zusätzlich. In weiten Teilen Spaniens herrscht derzeit eine hohe bis extreme Waldbrandgefahr. Auch für Aragón gelten entsprechende Warnungen.
Sonnenfinsternis sorgt für zusätzliche Sorge
Besonders brisant ist der Zeitpunkt des Großbrandes: Am Mittwoch, 12. August 2026, wird eine totale Sonnenfinsternis über Teilen Spaniens zu beobachten sein. Auch Aragón liegt im Bereich, in dem das astronomische Ereignis zumindest teilweise beziehungsweise in bestimmten Gebieten total sichtbar sein wird.
Die Behörden stehen deshalb vor einer zusätzlichen Herausforderung. Für die Sonnenfinsternis werden zahlreiche Menschen erwartet, die sich an geeigneten Aussichtspunkten versammeln oder in ländliche Gebiete fahren. Gleichzeitig besteht aufgrund der anhaltenden Waldbrandgefahr ein erhöhtes Risiko.
In anderen spanischen Regionen wurden deshalb bereits besondere Maßnahmen für den erwarteten Reiseverkehr und die Menschenansammlungen vorbereitet. Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, Sperrungen und Sicherheitshinweise unbedingt zu beachten.
Feuer weiterhin nicht unter Kontrolle
Trotz des massiven Einsatzes bleibt die Situation angespannt. Die Flammen haben sich auf eine Fläche von rund 4.000 Hektar ausgebreitet, acht Ortschaften mussten evakuiert werden und mehrere Straßen bleiben gesperrt.
Für die Einsatzkräfte geht es nun vor allem darum, die weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern und die umliegenden Ortschaften zu schützen. Wie sich der Brand in den kommenden Stunden entwickelt, hängt dabei auch entscheidend von den Wetterbedingungen ab.
