Wer den Juli in Spanien verbracht hat, brauchte eigentlich keine Statistik, um zu wissen, dass dieser Sommer außergewöhnlich ist. Geschlossene Rollläden am Nachmittag, Klimaanlagen im Dauerbetrieb und Nächte, die kaum Abkühlung brachten, gehörten vielerorts zum Alltag. Nun bestätigen die offiziellen Zahlen das Gefühl: Der Juli 2026 war mit durchschnittlich 25,7 Grad auf dem spanischen Festland gemeinsam mit 2022 der heißeste Juli seit Beginn der Messreihe. Gleichzeitig war es außergewöhnlich trocken.
Redaktion Spanien Press
Nach Angaben der spanischen Wetteragentur AEMET lag die Durchschnittstemperatur im Juli 2,6 Grad über dem langjährigen Mittel. Dabei handelt es sich nicht nur um einzelne extreme Hitzetage, sondern um außergewöhnlich hohe Temperaturen über einen ganzen Monat hinweg. In Murcia wurden beispielsweise 44,2 Grad gemessen, in Granada 43,9 Grad.
Besonders belastend waren vielerorts die Nächte. Wenn die Temperaturen auch nach Sonnenuntergang kaum sinken, können Wohnungen nicht auskühlen und der Körper erholt sich schlechter von der Hitze des Tages. Gerade in Städten und entlang der Mittelmeerküste gehören solche tropischen Nächte inzwischen immer häufiger zum Sommer.
Extrem heiß und gleichzeitig viel zu trocken
Hinzu kommt der fehlende Regen. Im Juli fielen auf dem spanischen Festland durchschnittlich nur rund 4,5 Liter pro Quadratmeter, etwa 26 Prozent der normalerweise erwarteten Niederschlagsmenge.
Die Kombination aus Hitze und Trockenheit ist besonders problematisch: Böden und Vegetation trocknen aus, der Wasserbedarf steigt und gleichzeitig erhöht sich die Waldbrandgefahr. In vielen Regionen ist diese Entwicklung längst mit bloßem Auge sichtbar.
Der Rekordmonat kam zudem nicht aus dem Nichts. Bereits der Frühling 2026 war der zweitwärmste seit Beginn der Messungen, und auch der Juni fiel außergewöhnlich heiß und trocken aus. Auffällig ist vor allem, dass sich solche Rekorde in den vergangenen Jahren häufen.
Spaniens Sommer verändert sich
Für Spanien hat diese Entwicklung Folgen, die weit über die Wetterstatistik hinausgehen. Landwirtschaft, Wasserversorgung, Energieverbrauch und Waldbrandprävention sind unmittelbar betroffen. Auch der Tourismus könnte sich langfristig verändern, wenn immer mehr Reisende die heißesten Wochen im Juli und August meiden und stattdessen auf Mai, Juni, September oder Oktober ausweichen.
Spanien wird deshalb nicht aufhören, das Land der langen Sommerabende und vollen Strände zu sein. Doch der klassische spanische Sommer verändert sich spürbar.
Der Juli 2026 liefert dafür einen neuen Rekord: 25,7 Grad Durchschnittstemperatur, 2,6 Grad über dem Normalwert und außergewöhnlich wenig Regen.
Wer diesen Juli in Spanien erlebt hat, dürfte darüber kaum überrascht sein. Die Hitze stand nicht nur in den Wetterstatistiken – man hat sie Tag und Nacht gespürt.
