Spanien erlebt derzeit die erste große Hitzewelle des Sommers 2025. Nach Angaben der staatlichen Wetteragentur AEMET steigen die Temperaturen ab Samstag (28. Juni) in vielen Regionen deutlich an und könnten in einigen Provinzen bis zu 44 Grad Celsius erreichen. Die Extremwerte sollen sich bis mindestens Dienstag halten.
Andalusien, Extremadura und Madrid besonders betroffen
Redaktion Spanien Press
Am stärksten betroffen sind die Täler des Guadalquivir, Guadiana und Tajo sowie weite Teile des südlichen und zentralen Spaniens. In den Provinzen Córdoba, Sevilla und Jaén wird mit Höchstwerten von über 42 °C gerechnet. Auch in Städten wie Toledo, Badajoz, Zaragoza und im Ebro-Becken steigen die Temperaturen auf 40 Grad oder mehr.
Die AEMET hat für mehr als 30 Provinzen in neun autonomen Gemeinschaften Hitzewarnungen herausgegeben. In Regionen wie Andalusien, Castilla-La Mancha, Extremadura, Aragón, Katalonien und Madrid gilt die Alarmstufe Orange, während in anderen Gebieten wie Navarra, Castilla y León und der Levante-Küste Warnstufe Gelb aktiviert wurde.
Hitzespitze am Sonntag und Montag
Laut AEMET erreichen die Temperaturen am Sonntag (29. Juni) und Montag (30. Juni) ihren Höhepunkt. In der Campiña Sevillana sind Spitzenwerte von bis zu 44 °C möglich – damit wird sie zur heißesten Region des Landes. Selbst nachts sinken die Werte in vielen südlichen und östlichen Regionen nicht unter 25 Grad, was eine gesundheitliche Belastung bedeutet.
Abkühlung ab Dienstag im Nordwesten möglich
Ab Dienstag wird eine atlantische Luftmasse aus dem Nordwesten erwartet, die vor allem im nördlichen Spanien für leichtere Abkühlung sorgen könnte. Im südwestlichen Spanien hingegen bleiben die Temperaturen weiterhin bei 38–40 °C.
Auch die Kanaren spüren die afrikanische Luftmasse
Selbst die Kanarischen Inseln sind von der Hitzewelle betroffen. In der östlichen Inselgruppe bringt eine heiße, trockene Luftmasse aus der Sahara nicht nur Temperaturen von bis zu 36 °C, sondern auch Calima (Saharastaub in der Luft). Besonders betroffen sind Gran Canaria und Lanzarote.
Zwei Todesfälle bereits gemeldet
Obwohl die eigentliche Hitzewelle erst beginnt, hat die Hitze bereits erste Todesopfer gefordert. In Sóller (Mallorca) verstarb ein 34-jähriger Mann mutmaßlich an einem Hitzschlag auf einem ländlichen Weg. Auch ein zweiter Fall wurde gemeldet.
Meteorologischer Hintergrund: Hochdruckgebiet aus Nordafrika
Verantwortlich für die extremen Temperaturen ist ein mächtiges Hochdruckgebiet, das trockene und heiße Luftmassen aus dem Inneren Nordafrikas über die Iberische Halbinsel und die Balearen treibt. Die Kombination aus wolkenlosem Himmel und stabiler Hochdrucklage lässt die Temperaturen in kurzer Zeit stark ansteigen.
Spanienurlauber und Einwohner sollten in den kommenden Tagen besondere Vorsicht walten lassen, sich vor der Sonne schützen, ausreichend trinken und körperliche Anstrengungen vermeiden. Behörden rufen zur Wachsamkeit gegenüber gefährdeten Gruppen wie älteren Menschen, Kindern und Personen mit Vorerkrankungen auf.
