Der Fall, von einer Kundin veröffentlicht und vom Kellner Jesús Soriano in den sozialen Netzwerken verbreitet, entfacht erneut die Debatte über versteckte Gebühren in der Gastronomie
Redaktion Spanien Press
Eine Kundin, die ihren Geburtstag in einem Restaurant auf Ibiza feierte, teilte in den sozialen Medien das Foto einer Rechnung, die auf den ersten Blick völlig normal wirkte. Beim genaueren Hinsehen tauchte jedoch ein ungewöhnlicher Posten auf: „Tortenschnitt: 27 Euro“.
Das Bild wurde anschließend von Jesús Soriano, in den Netzwerken als Soy Camarero bekannt, weiterverbreitet und sorgte für einen regelrechten Shitstorm. Viele Nutzer diskutierten über Transparenz und Fairness in der Gastronomie.
„Niemand hatte sie informiert“
Soriano erklärte in der Sendung Espejo Público, dass die Kundin von dieser Zusatzgebühr völlig überrascht worden sei.
„Wenn es auf der Karte gestanden hätte oder vorher angekündigt worden wäre, könnte es rechtlich in Ordnung sein. Schließlich zahlt man nicht nur fürs Schneiden der Torte, sondern auch für Teller, Löffel und den Service“, so der Kellner.
In diesem Fall sei jedoch kein Hinweis erfolgt. „Niemand hatte ihnen gesagt, dass es einen Aufpreis geben würde. Ehrlich gesagt finde ich es ziemlich teuer, nur für ein paar Teller und das Aufschneiden der Torte“, fügte er hinzu.
Eine wachsende Praxis
Der Kellner warnte zudem, dass solche Zusatzgebühren „immer häufiger“ zu sehen seien – und bezeichnete es als strategischen Fehler
Gerade bei Geburtstagen sei es in vielen Restaurants üblich, dass Gäste ihre Torte mitbringen. Oft wird der Moment sogar noch mit Musik oder kleinen Aufmerksamkeiten begleitet – ohne Mehrkosten.
Kann der Kunde die Zahlung verweigern?
Soriano betonte, dass Kunden eine solche Gebühr verweigern könnten, wenn sie nicht vorher informiert wurden. In der Praxis würden die meisten jedoch zahlen, um Streit oder unangenehme Situationen zu vermeiden.
Ein weiterer Fall: 12 Euro fürs Aufhängen einer Handtasche
Der Vorfall reiht sich in eine Serie ähnlicher Diskussionen ein. Erst vor wenigen Wochen geriet ein anderes Lokal auf Ibiza in die Schlagzeilen, weil es einer Kundin 12 Euro für das Aufhängen ihrer Handtasche berechnete.
Auch dieser Beleg wurde viral. Das Restaurant wies die Vorwürfe zurück, verklagte die Kundin sogar und erklärte, es habe sich um einen „Fehler bei der Abrechnung“ gehandelt, der sofort korrigiert worden sei.
Die „Torte für 27 Euro“ und der „Handtaschenhaken für 12 Euro“ rücken die ibizenkische Gastronomie ins Rampenlicht und werfen Fragen nach Transparenz, Kundenbindung und den Grenzen sogenannter versteckter Gebührenauf.
