Wer ist die Frau, die heute weinend und zusammenbrechend auf den Titelseiten spanischer Medien erscheint? Es ist Juana Rivas, Mutter aus Granada, deren Name seit fast einem Jahrzehnt mit einem juristischen, politischen und persönlichen Drama um das Sorgerecht ihrer Kinder verbunden ist. Heute, am Morgen des 22. Juli 2025, musste sie ihren elfjährigen Sohn Daniel unter Zwang dem Vater übergeben – ein emotionaler Höhepunkt in einer Geschichte, die Spanien bewegt und polarisiert
Redaktion Spanien Press
Eine Flucht – und der Anfang eines langen Kampfes
Im Jahr 2016 verließ Juana Rivas mit ihren beiden Söhnen, Gabriel und Daniel, ihren italienischen Wohnort Cagliari und kehrte ohne Zustimmung des Vaters nach Spanien zurück. Sie beschuldigte ihren Ex-Partner Francesco Arcuri der häuslichen Gewalt – wie bereits 2009. Er hingegen zeigte sie wegen Kindesentziehung an.
2018 wurde Rivas in Spanien zu fünf Jahren Haft und sechs Jahren ohne Sorgerecht verurteilt. Die italienische Justiz sprach Arcuri das alleinige Sorgerecht zu. Die Vorwürfe von Misshandlung wurden in Italien nicht bestätigt. 2021 trat Rivas ihre Haft an, wurde aber nach wenigen Monaten teilweise begnadigt.
Der ältere Sohn kehrt zurück – der jüngere bleibt beim Vater
2022 kehrte Gabriel, der ältere Sohn, inzwischen 14 Jahre alt, zu seiner Mutter nach Granada zurück. Doch sein Bruder Daniel blieb beim Vater in Italien. Der Versuch, auch ihn zurückzuholen, scheiterte – das italienische Gericht verweigerte Rivas die Sorgerechtsübertragung.
Weihnachten 2024: Der kleine Sohn weigert sich zurückzukehren
Über Weihnachten 2024 durfte Daniel seine Mutter in Spanien besuchen – kehrte aber nicht nach Italien zurück. Gemeinsam mit seiner Mutter beschuldigte er den Vater erneut schwerer Misshandlungen. Auch Gabriel bestätigte die Vorwürfe. Eine spanische Richterin erlaubte dem Kind in einer einstweiligen Maßnahme, vorübergehend in Spanien zu bleiben.
2025: Tränenreiche Rückführung – Gericht entscheidet gegen Juana
Heute, am 22. Juli 2025 um 10:50 Uhr, kam es in Granada zur erzwungenen Rückführung von Daniel an seinen Vater. Das spanische Verfassungsgericht wies einen Antrag von Rivas’ Anwälten ab – die ordentlichen Rechtsmittel seien noch nicht ausgeschöpft, daher sei der Verfassungsweg nicht zulässig.
Vor laufenden Kameras brach Juana Rivas weinend zusammen, als ihr Sohn sich verzweifelt gegen die Übergabe wehrte. Er rief, sein Vater werde ihn „umbringen“. Auch Gabriel war anwesend, der seit Jahren keinen Kontakt mehr zu seinem Vater hat.
Symbolfall oder Grenzüberschreitung?
Ob Juana Rivas eine mutige Mutter ist, die ihre Kinder schützt – oder ob sie das Recht eigenmächtig beugt, ist eine der großen offenen Fragen. Der Fall ist in Spanien hoch emotional und politisiert, mit prominenten Unterstützern, aber auch vielen Kritiker:innen.
Die italienische Justiz hält Arcuri bislang nicht für gewalttätig. Immer wieder steht auch der Vorwurf der elterlichen Entfremdung (Parental Alienation) im Raum – ein Phänomen, bei dem ein Elternteil gezielt das Kind gegen den anderen beeinflusst.
Der heutige Tag markiert einen neuen Wendepunkt im Fall Juana Rivas – aber wohl kein Ende. Die Übergabe ihres Sohnes Daniel erfolgte gegen ihren Willen, gegen die Wünsche des Kindes und unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit.
Eilmeldung: Nachdem Juana Rivas heute Morgen ihren Sohn dem Vater übergeben hatte, hat eine Richterin die Übergabe aufgrund der verzweifelten Tränen des Kindes bis Freitag verschoben.
