Nach Vermittlung geben die Besetzer die Wohnung auf – erst dann entdeckt Agustín, dass sein Zuhause leer und seine Erinnerungen verschwunden sind
Redaktion Spanien Press
Agustín, ein 90-jähriger verwitweter Rentner, war bei seiner Schwester in Toledo zu Besuch. Während seiner Abwesenheit wollte sein Enkel den Briefkasten leeren – doch statt Post fand er ein ausgetauschtes Türschloss und Stimmen aus der Wohnung. Die Wohnung war mit einem gefälschten Mietvertrag besetzt worden.
Die Familie kontaktierte zunächst keinen Polizisten, sondern beauftragte einen Mediator, um die Sache außergerichtlich zu klären. Die Besetzer hatten jedoch zuvor selbst die Polizei gerufen, um ihre Anwesenheit zu rechtfertigen. Sie zeigten den Beamten einen gefälschten Vertrag und ein inszeniertes Umzugsvideo und behaupteten gegenüber den Nachbarn, Agustín habe ihnen die Wohnung vermietet.
Nach drei Tagen gelang es dem Mediator, die Besetzer zum Verlassen der Wohnung zu bewegen. Vier Personen wurden vorübergehend festgenommen, sind aber inzwischen wieder frei. Einer von ihnen hält sich illegal in Spanien auf und hat eine Ausweisungsanordnung. „Sie sind Wiederholungstäter, die das System ausnutzen“, so der Enkel.
Als Agustín seine Wohnung zurückerhielt, erlebte er den Schock seines Lebens: Die Wohnung war komplett leergeräumt. „Nach über 50 Jahren in diesem Haus ist nichts mehr von den Erinnerungen geblieben“, sagte die Familie erschüttert.
Die Familie bemüht sich nun, den Rentner emotional zu unterstützen und rechtliche Schritte einzuleiten. Der Fall verdeutlicht die Probleme von Eigentümern in Spanien, die mit illegalen Besetzern und gefälschten Dokumenten zu kämpfen haben.
