7 de November de 2025
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Kein Internet im ganzen Dorf: Eine Nachbarin kappt die Glasfaserkabel – Spanien fragt sich, ob das legal oder akzeptabel ist

Credit Lein Noticias

In dem kleinen Ort Barrios de Gordón in der nordspanischen Provinz León herrscht seit über einem Monat digitale Funkstille. Der Grund: Eine Anwohnerin, verärgert darüber, dass die Glasfaserkabel über die Fassade ihres Hauses verlaufen, hat sie kurzerhand durchgeschnitten – und lässt seitdem keine Techniker mehr zur Reparatur zu.

Die Folge: Das gesamte Dorf ist vom Internet abgeschnitten. Für viele Bewohner bedeutet das nicht nur fehlende Unterhaltung, sondern auch existenzielle Probleme

Redaktion Spanien Press

Ein Dorf ohne Verbindung zur Welt

„Ich bin vor einem Jahr hierhergezogen, um mein eigenes Unternehmen aufzubauen. Ohne Internet kann ich weder arbeiten noch Rechnungen stellen“, klagt Isidro, ein Selbstständiger aus dem Ort.

Auch María José ist betroffen. Ihre Mutter, die auf ein Notrufsystem über das Internet angewiesen ist, musste ihr Haus verlassen und nach León ziehen. „Sie will in ihrem Zuhause bleiben, aber ohne Verbindung ist das zu gefährlich. Wenn ihr etwas passiert, kann sie niemanden rufen“, erklärt die Tochter besorgt.

Privater Streit mit öffentlicher Wirkung

Die Frau, die die Kabel durchtrennte, befindet sich offenbar in einem Rechtsstreit mit der Telekommunikationsfirma, die einst ohne ihre Zustimmung einen Verteilerkasten an ihrer Fassade montiert haben soll. Doch ihr persönlicher Protest hat kollektive Folgen: Das gesamte Dorf ist offline.

„Sie kann ja klagen, wenn sie sich im Recht fühlt“, meint Isidro, „aber inzwischen leiden alle unter dieser Situation.“

Was als Nachbarschaftsstreit begann, ist zu einem Symbol für die digitale Kluft geworden, die in vielen ländlichen Gebieten Spaniens noch immer spürbar ist.

Wenn Eigentumsrecht auf Gemeinwohl trifft

Der Fall wirft die Frage auf, wie weit das Recht auf Eigentum gehen darf, wenn dadurch die Grundversorgung einer Gemeinschaft beeinträchtigt wird. In einer Zeit, in der das Internet längst zum unverzichtbaren Alltagsgut gehört, wird seine Abwesenheit plötzlich zum Spiegel sozialer Isolation.

In Barrios de Gordón wartet man weiter auf eine Lösung – und auf das Signal, das die Verbindung zur Welt zurückbringt.

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