Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez hat angekündigt, dass Spanien der Europäischen Union vorschlagen wird, die Zeitumstellung im Jahr 2026 endgültig abzuschaffen. Die halbjährliche Umstellung, so argumentiert er, habe „keinen Sinn mehr“ – weder aus energetischer noch aus gesundheitlicher Sicht
Redaktion Spanien Press
Der Vorschlag wird heute, im Rat für Verkehr, Telekommunikation und Energie (TTE) der EU diskutiert. Dort treffen sich die zuständigen Ministerinnen und Minister der Mitgliedstaaten. Sánchez ließ offen, ob Spanien künftig dauerhaft die Sommer- oder die Winterzeit beibehalten möchte, betonte jedoch, die europäischen Regierungen müssten „auf die Bürgerinnen und Bürger und auf die Wissenschaft hören“.
„Die Zeitumstellung spart keine Energie mehr und stört die biologischen Rhythmen von Millionen Menschen“, erklärte der Ministerpräsident in einem Beitrag in den sozialen Netzwerken.
Nach Angaben der spanischen Regierung sind 66 Prozent der Bevölkerung dafür, die Zeitumstellung abzuschaffen – eine Haltung, die auch in vielen anderen EU-Staaten weit verbreitet ist. Die Regierung stützt ihren Vorschlag auf drei zentrale Argumente:
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Die breite Zustimmung der Bürgerinnen und Bürger,
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Das Fehlen wissenschaftlicher Belege für einen nennenswerten Energiegewinn,
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Die gesundheitlichen Folgen der Umstellung, die zweimal im Jahr Schlafstörungen und Unwohlsein verursachen kann.
Eine alte Debatte kehrt zurück
Die Diskussion ist nicht neu. Bereits 2018 hatte die Europäische Kommission eine Bürgerbefragung gestartet, an der 4,6 Millionen Menschen teilnahmen – 84 Prozent sprachen sich für das Ende der Zeitumstellung aus. 2019 stimmte auch das Europäische Parlament dafür, doch die Umsetzung scheiterte an Uneinigkeit unter den Mitgliedstaaten.
Die aktuelle EU-Regelung läuft 2026 aus. Für die spanische Regierung ist das der richtige Moment, das Thema wieder auf den Tisch zu bringen und an die veränderten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Realitäten anzupassen.
Von einer Energiemaßnahme zu einer Gesundheitsfrage
Die Zeitumstellung wurde 1980 in der damaligen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft eingeführt, um den Energieverbrauch zu senken und die gemeinsamen Märkte zu harmonisieren. Doch heute, so argumentiert Madrid, seien Technologie, Energieversorgung und Lebensgewohnheiten so weit fortgeschritten, dass die Maßnahme ihren ursprünglichen Zweck verloren habe.
Mit ihrem Vorstoß will die spanische Regierung auch ein politisches Signal nach Brüssel senden:
„Die Mitgliedstaaten müssen auf die Bürger hören, die wissenschaftlichen Erkenntnisse ernst nehmen und ihre Politik an den Rhythmus der Zeit anpassen“, heißt es aus dem Regierungspalast Moncloa.
Vorerst bleibt jedoch alles beim Alten: Am Sonntag, den 26. Oktober 2025, stellen die Europäer erneut ihre Uhren auf Winterzeit um. Sollte der Vorschlag Spaniens Zustimmung finden, könnte dies die letzte Zeitumstellung in Europasein.
Cambiar la hora dos veces al año ya no tiene sentido.
Apenas ayuda a ahorrar energía y tiene un impacto negativo en la salud y en la vida de la gente.
Por eso, hoy el Gobierno de España propondrá a la UE acabar con el cambio de hora estacional en el Consejo de Energía y… pic.twitter.com/LA9UM0HVfG
— Pedro Sánchez (@sanchezcastejon) October 20, 2025
