Jedes Jahr im September, wenn das neue Schuljahr in Spanien beginnt, stoßen viele ausländische Familien auf eine Realität, mit der sie nicht gerechnet haben: In mehreren autonomen Gemeinschaften findet der Unterricht nicht überwiegend auf Kastilisch statt, sondern in der jeweiligen Regionalsprache. Was für Einheimische selbstverständlich ist, wird für Zugezogene oft zum kleinen Kulturschock
Redaktion Spanien Press
Mehr als nur Kastilisch(Spanisch)
Spanien ist ein mehrsprachiges Land. Neben dem Kastilischen, das im ganzen Land Amtssprache ist, gibt es weitere kooffizielle Sprachen:
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Katalanisch in Katalonien und auf den Balearen
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Valencianisch in der Comunidad Valenciana
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Baskisch im Baskenland und Teilen Navarras
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Galicisch in Galicien
In diesen Regionen sind die Sprachen nicht nur Unterrichtsfach, sondern Hauptunterrichtssprache. Das bedeutet: Ein Großteil – manchmal sogar die Gesamtheit – der Fächer wird in der Regionalsprache vermittelt. Spanisch wird dabei oft auf ein Minimum reduziert, in manchen Schulen auf gerade einmal drei Wochenstunden.
Überraschung für Neuankömmlinge
Für viele ausländische Eltern ist das eine unerwartete Erfahrung. Sie hatten gehofft, dass ihre Kinder Spanisch lernen – eine internationale Sprache, die sie für Integration und berufliche Zukunft wichtig halten. Stattdessen stellen sie fest, dass die Unterrichtssprache eine andere ist, die ihnen völlig fremd vorkommt.
„Wir waren überrascht, dass unsere Tochter in Galicien fast alle Fächer auf Galicisch hatte und nur wenige Stunden Kastilisch pro Woche. Wir hatten gedacht, es sei umgekehrt“, erzählt eine deutsche Mutter aus A Coruña.
Privatschulen mit staatlicher Förderung: mehr Kastilisch, aber christliche Prägung
Viele Eltern suchen deshalb nach Alternativen im privaten oder teilprivaten Bereich.
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In konzertierten Schulen (staatlich finanziert, aber privat geführt) spielt Spanisch oft eine größere Rolle als Unterrichtssprache.
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Allerdings haben die meisten dieser Einrichtungen eine christlich-katholische Ausrichtung, was nicht für alle Familien passt – insbesondere für solche ohne religiösen Hintergrund oder mit anderer Glaubenszugehörigkeit.
Eltern stehen somit vor der Wahl: Entweder sie akzeptieren die volle sprachliche Immersion in der öffentlichen Schule – oder sie schicken ihre Kinder auf eine konfessionelle Schule, in der mehr Spanisch gesprochen wird.
Private und internationale Schulen: lange Wartelisten
Eine weitere Möglichkeit sind private und internationale Schulen, die meist Kastilisch oder Englisch als Hauptsprachen verwenden. Doch hier ergibt sich ein anderes Problem: lange Wartelisten. In Städten wie Barcelona, Valencia oder Bilbao ist die Nachfrage so hoch, dass viele Schulen ihre Anmeldungen schon Monate vor Schuljahresbeginn schließen. Wer sich nicht frühzeitig kümmert, geht leer aus.
Eine versteckte Chance – oder vielleicht auch nicht
So kompliziert die Situation anfangs erscheint, die meisten Kinder passen sich schnell an. Durch den Alltag, Medien und Freundschaften lernen sie ganz selbstverständlich auch Kastilisch. Mit der Zeit sprechen viele nicht nur ihre Muttersprache und Spanisch, sondern beherrschen zusätzlich Galicisch, Baskisch oder Katalanisch.
Doch am Ende bleibt die Frage offen: Ob das wirklich von Nutzen ist, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Für Ausländer ist eine unbedeutende Regionalsprache immer uninteressant. Nicht dass man diese nicht lernen kann, aber der Nutzen ist gering, vor allem dann wenn diese Familien „weiterziehen“ ist das für die Kinder verschenkte Zeit. Es ist eben ein absoluter politischer Fehler, das Castellano (Spanisch) nicht generell Pflichtsprache bei der Schulausbildung ist, auch unter Berücksichtigung der regionalen Sprachen … diese lernt man sowieso „auf der Straße“, in der Freizeit etc. In Mexico spricht niemand „catalan“ …