9 de Mai de 2025
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León XIV: Der neue Papst mit tiefen Wurzeln in Spanien und familiärem Erbe in Huelva

Foto Cordon Press (Credit Image: © Andrea Staccioli/Insidefoto via ZUMA Press)

Die Wahl von León XIV, mit bürgerlichem Namen Robert Francis Prevost, markiert einen bedeutenden Moment in der jüngeren Geschichte der katholischen Kirche. Er ist nicht nur der erste augustinische und US-amerikanische Papst, sondern auch ein Pontifex mit einer bemerkenswerten persönlichen Verbindung zu Spanien, insbesondere zur südandalusischen Provinz Huelva.

Ein franco-spanisches Familienerbe

Der Urgroßvater väterlicherseits, Victor Prevost, spielte Anfang des 20. Jahrhunderts eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen Leben von Huelva. Im Jahr 1904 gründete er gemeinsam mit Charles Marchal die Société Française de Bienfaisance, eine Wohltätigkeitsorganisation zur Unterstützung französischer Arbeiterfamilien in der Region. Aus dieser Initiative entstand 1917 die École Française, heute bekannt als Colegio Molière, eine französische Schule, die bis heute besteht.

Victor Prevost war zudem französischer Vizekonsul in Huelva und Direktor der Société Française des Pyrites de Huelva, womit er eine zentrale Figur in den wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen zwischen Frankreich und Spanien war.

Ein Papst mit Spanienerfahrung

Robert Francis Prevost kennt Spanien nicht nur aus der Ferne. Als Generalprior des Augustinerordens (2001–2013) reiste er regelmäßig durch das Land und besuchte zahlreiche Städte mit augustinischer Präsenz – darunter Ávila, Valladolid, León, Palencia, Málaga und Bilbao. Zuletzt war er im September 2023 in Ávila, wo er als Kardinal die Basilika der Heiligen Teresa besuchte und sich ins Gästebuch eintrug.

Auch in Huelva war er mehrfach zu Gast. Besonders enge Beziehungen pflegte er zur Diözese und zum Generalvikar Emilio Rodríguez Claudio, der ihn als „bescheidenen, spirituellen Menschen mit einem Lächeln des Herzens“ beschreibt.

Ein geplanter Besuch

Für September 2025 war ein weiterer Besuch in Spanien geplant. León XIV sollte an der Feier zum 25-jährigen Bestehen des Monasterio de la Conversión in Sotillo de la Adrada (Ávila) teilnehmen. Ob dieser Besuch als amtierender Papst realisierbar sein wird, bleibt ungewiss – doch der Wunsch der Gemeinschaften, ihn zu empfangen, bleibt bestehen.

Ein besonnener Führungsstil

León XIV wird von Weggefährten als ruhig, reflektiert, arbeitsam und tiefgläubig beschrieben. Sein Stil unterscheidet sich von dem seines Vorgängers Franziskus – er spricht weniger impulsiv, wägt Worte sorgfältig ab. Seine ersten öffentlichen Äußerungen lassen jedoch eine klare Kontinuität in den Werten des Friedens, des Dialogs und der sozialen Gerechtigkeit erkennen.

Seine tiefe Verbundenheit mit Spanien, seine interkulturelle Erfahrung und sein familiäres Erbe verleihen dem neuen Pontifikat eine besondere Perspektive – mit Blick auf eine Kirche, die sich sowohl der Welt als auch der Geschichte bewusst ist.


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