Redaktion Spanien Press
Die jüngsten Umfragen zeigen einen deutlichen Rückgang der Wahlabsichten für die regierende Sozialistische Partei (PSOE), während die konservative Volkspartei (PP) und die rechtspopulistische Partei Vox weiter zulegen. Laut dem Durchschnitt der von Electocracia zwischen dem 11. und 24. Juli erhobenen Umfragen fällt die PSOE auf 25,5 % der Stimmen und käme auf 106 bis 108 Sitze. Die PP erreicht 35,5 % und könnte 150 bis 152 Abgeordnete stellen, während Vox mit 15,1 % auf 48 bis 50 Sitze käme.
Das rechte Lager käme somit auf 198 bis 202 Sitze und nähert sich damit der absoluten Mehrheit. Die derzeitige Regierungskoalition aus PSOE und Sumar hingegen würde auf nur noch 114 bis 117 Mandate zurückfallen – ein starker Verlust gegenüber den derzeitigen 152 Sitzen. Besonders deutlich ist der Einbruch bei Sumar, dem Projekt von Yolanda Díaz, das mehr als die Hälfte seiner Stimmen verlieren würde und auf 8 bis 9 Abgeordnete abrutscht. Díaz bekräftigt dennoch ihre Unterstützung für Sánchez.
Trotz wachsendem Druck aus Opposition und eigener Partei, laufenden Korruptionsermittlungen gegen Personen aus seinem Umfeld sowie dem Fehlen eines neuen Haushalts, schließt Pedro Sánchez vorgezogene Neuwahlen weiterhin aus. Er betont, die Legislaturperiode werde regulär bis 2027 dauern.
Die PP hat sich nach ihrem Parteitag im Juli in den Wahlkampfmodus versetzt. Parteichef Alberto Núñez Feijóo erklärte, dass er im Falle eines Wahlsiegs eine Einparteienregierung anstrebe – sei aber offen für Vereinbarungen mit Vox, ohne diese an der Regierung zu beteiligen. Vox hingegen kritisiert diese Haltung und warnt vor einer Wiederholung des Scheiterns von 2023.
Podemos, nicht mehr Teil der Regierung, hält sich stabil bei 4 bis 5 Sitzen und hebt sich durch eine kritische Haltung zur NATO-Politik sowie zur Korruptionsaffäre ab. Die Partei unter Ione Belarra sprach zuletzt sogar vom „politischen Ende“ der Legislatur.
Die aktuellen Zahlen deuten auf einen möglichen Regierungswechsel hin. Während die Regierung sich bemüht, Stärke zu zeigen und ihre Handlungsfähigkeit zu betonen, verfestigt sich bei vielen Wählerinnen und Wählern der Eindruck eines politischen Zykluswechsels.
