15. Oktober 2026
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Marbella verwandelt historisches Trapiche del Prado in ein Museum

Eine alte Zuckerrohrmühle in einer möglichen künftigen Ausstellung: Das Museum im Trapiche del Prado soll die Geschichte der Zuckerproduktion in Marbella veranschaulichen (Credit: KI generiert)

Marbella plant, das historische Trapiche del Prado in ein Museum zur Geschichte der Zuckerrohrproduktion umzuwandeln. Nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten soll das Gebäude künftig Besuchern die wirtschaftliche und industrielle Vergangenheit der Stadt näherbringen. Für die Einrichtung der Ausstellungsbereiche hat die Stadtverwaltung eine Ausschreibung über rund 233.000 Euro auf den Weg gebracht.

Redaktion Spanien Press

von Marlon Gallego Bosbach

Das Projekt soll das historische Erbe Marbellas bewahren und zugleich für Einwohner, Schulklassen und Touristen zugänglich machen. Vorgesehen sind mehrere Ausstellungsbereiche, die die Geschichte der Anlage, die Verarbeitung von Zuckerrohr und die spätere Nutzung des Gebäudes erläutern.

Vom historischen Produktionsstandort zum Museum

Das Trapiche del Prado geht auf das Jahr 1644 zurück und gilt als bedeutendes Zeugnis der vorindustriellen Wirtschaftsgeschichte Marbellas. Über einen langen Zeitraum spielte die Verarbeitung von Zuckerrohr eine wichtige Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung der Region.

Mit dem Rückgang der Rentabilität der Zuckerproduktion veränderte sich auch die Nutzung der Anlage. Später wurden dort unter anderem Wein und Branntwein hergestellt. Die erhaltenen baulichen Überreste dokumentieren damit verschiedene Phasen der lokalen Wirtschaftsgeschichte.

Die Restaurierung des Gebäudes wurde im August 2025 abgeschlossen. Die Arbeiten hatten im Dezember 2021 begonnen und dauerten damit deutlich länger als ursprünglich vorgesehen.

Sechs Bereiche für die Ausstellung

Das geplante Museum soll aus sechs Bereichen bestehen, darunter fünf Innenbereiche und ein Außenbereich. Besucher sollen dort die Entwicklung des Trapiche del Prado von seiner Gründung bis zur jüngsten Restaurierung nachvollziehen können.

Ein Teil der Ausstellung widmet sich den Anfängen der Zuckerproduktion und den historischen Akteuren, die mit der Entstehung der Anlage verbunden waren. Eine chronologische Übersicht soll die wichtigsten Etappen der Geschichte veranschaulichen.

Weitere Bereiche erklären die Verarbeitung von Zuckerrohr und die spätere Umstellung auf andere Produktionszweige. Erhaltene Überreste, darunter große Behälter und Teile der historischen Anlagen, sollen dabei helfen, die früheren Arbeitsabläufe verständlich zu machen.

Im Außenbereich ist die Darstellung einer sogenannten molino de sangre vorgesehen. Bei dieser Mühlenart wurde die notwendige Kraft von Tieren erzeugt, um das Zuckerrohr auszupressen und den Pflanzensaft für die weitere Verarbeitung zu gewinnen.

Ergänzt werden soll die Ausstellung durch Informationstafeln, Vitrinen, Beleuchtung und audiovisuelle Materialien. Auch mehrsprachige Inhalte sind geplant.

Restaurierung kostete deutlich mehr als geplant

Die Sanierung des Trapiche del Prado war mit erheblichen Kostensteigerungen verbunden. Der ursprüngliche Auftrag belief sich auf rund 3,83 Millionen Euro. Die endgültigen Kosten lagen bei etwa 5,71 Millionen Euro. Damit verteuerte sich das Projekt um rund 1,88 Millionen Euro beziehungsweise knapp 49 Prozent. Es wurden etwa 80 Prozent der endgültigen Sanierungskosten durch europäische Fördermittel finanziert.

Für die anschließende museale Ausstattung sind weitere 233.157 Euro vorgesehen. Damit soll das restaurierte Gebäude in einen Ausstellungsort umgewandelt werden, der die Geschichte der Zuckerproduktion und ihre Bedeutung für Marbella vermittelt.

Kulturelle Nutzung neben öffentlicher Seniorenresidenz

Das Trapiche del Prado befindet sich auf einem Grundstück, auf dem auch eine öffentliche Seniorenresidenz entsteht. Beide Vorhaben sind eigenständige Projekte, teilen sich jedoch das Gelände.

Die Restaurierung des historischen Gebäudes soll dazu beitragen, ein lange vernachlässigtes Stück Stadtgeschichte zu erhalten. Neben der Dauerausstellung sind auch Bildungsangebote, kulturelle Aktivitäten und zeitlich begrenzte Ausstellungen vorgesehen.

Ein konkreter Eröffnungstermin für das Museum ist bislang nicht bestätigt. Die abgeschlossene Restaurierung bildet damit einen wichtigen Schritt, während die Ausstattung der Ausstellungsräume den nächsten Abschnitt des Projekts markiert.

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