4 de August de 2025
Lesezeit 3 Minuten

Mitten in der Hitze: Warum sich Spaniens Urlaubsziel Richtung Norden verlagert

Horreos sind traditionelle Bauwerke, die typisch für Galicien sind und dazu verwendet werden, Lebensmittel, insbesondere Getreide und Körner, zu lagern und zu konservieren.

Jeder träumt vom Süden, doch der Norden Spaniens wird immer beliebter.
Schöne Landschaften, herrliche Strände, erstklassige Gastronomie und freundliche Menschen – kann ein Ort mehr bieten?


von Elsa Ibanez

Die globale Erwärmung macht die galicische Küste der Rías Baixas zum neuen Hotspot für Sommerurlaub in Spanien. Die klassischen Sommerziele im Süden Spaniens verändern sich – und der Klimawandel ist der Treiber.

Während der Süden Spaniens im Winter weiterhin die Königin bleiben wird, entwickelt sich der Nordwesten des Landes zu einem der attraktivsten Sommerurlaubsziele Europas.

Einheimische und Urlauber in Galicien sind sich einig, und die Zahlen bestätigen es: Es regnet weniger, und die Durchschnittstemperaturen steigen.

Die Begeisterung für Galicien war in den letzten Sommern so groß, dass immer mehr internationale Gäste dort ihren Urlaub verbringen. Die Region ist riesig, mit abwechslungsreichen Küstenabschnitten und vielen erstklassigen Surfspots mit großen Wellen.

Für eine optimale Reise empfiehlt es sich, das Zielgebiet einzugrenzen, denn die Straßen sind oft kurvenreich, und die Entfernungen – wie in weiten Teilen Spaniens – können überraschend lang sein.

Ideal für eine ein- bis zweiwöchige Reise sind die Rías Baixas, die fünf südlichsten Flussmündungen Galiciens, die sich nördlich von Portugal vom Atlantik her in die Halbinsel graben.

Diese Flussmündungen werden von mehreren Inseln geschützt, darunter Cíes, Ons und Sálvora. Abseits der offenen See finden sich hier ruhige Gewässer, karibisch weiße Sandstrände und sanfte, unberührte grüne Hügel.

Unser Abenteuer begann in Vilanova de Arousa, einer Stadt, die in den 70er und 80er Jahren als Rückzugsort berüchtigter Drogenhändler galt.

Heute gibt es in der Stadt selbst wenig zu sehen, doch das Hausmuseum des berühmten spanischen Schriftstellers Valle Inclán ist ein lohnendes Ausflugsziel.

Der wahre Schatz liegt jedoch am schmalen Fußweg im Fischerhafen, der direkt zu einem der schönsten Strände Spaniens führt: der Playa del Terron.

Playa del Terron

Der stark geschützte Strand ist ein echtes Juwel und beherbergt nur ein einziges Chiringuito – den Namare Beach Club, ein Muss für Mittag- oder Abendessen.

Besonders die Sonnenuntergänge dort sind beeindruckend, und die aufdringliche Ibiza- oder Marbella-Szene – mit ihrem Luxus und hohen Preisen – sucht man hier zum Glück vergeblich.

Alles wirkt authentisch und unkompliziert – das gilt für die Menschen ebenso wie für das Essen.

Vilanova de Arousa hat noch einen weiteren Schatz: die Insel Arousa, die über eine Brücke erreichbar ist und ein kleines Dorf mit Hafen sowie einige einfache Chiringuitos an den wunderschönen Stränden beherbergt.

Ila D Arousa

Ich empfehle besonders den Strand Camaxiñas mit seiner Strandbar Carpe Diem. Die Insel eignet sich perfekt für lange Spaziergänge und Radtouren.

Ein weiterer empfehlenswerter Ort ist die Strandbar O Faro an der Westseite, von der aus man einen herrlichen Blick auf die Bucht und den Strand Area da Secada hat.

Kulinarisch sind zwei Jakobsmuschelarten typisch: Zamburiñas und Volanderias. Die Zamburiñas sind feiner, mit besserer Textur und Geschmack, und haben im Gegensatz zu den Volanderias nur ein „Ohr“. Also nicht verwirren lassen, wenn man danach fragt!

Für Feinschmecker sind auch die „Furanchos“ interessant – ursprünglich Privathäuser, die von der örtlichen Regierung die Erlaubnis erhielten, die Weine des jeweiligen Jahrgangs zu verkaufen.

Mittlerweile haben sich viele Furanchos zu inoffiziellen Restaurants entwickelt, die nur Einheimischen bekannt sind.

Die tief verwurzelte Seefahrertradition der Rías Baixas spiegelt sich in der Gastronomie wider: Frischer Fisch, Austern, Muscheln und Herzmuscheln sowie die berühmte Xouba (Sardinenpastete) stehen auf der Speisekarte.

Begleitet wird das Ganze vom ausgezeichneten, preisgekrönten galicischen Brot, das sich deutlich von den oft gefrorenen, klebrigen Baguettes Spaniens abhebt.

Es ist meist dunkler, hat eine knusprige Kruste und unterschiedliche Härtegrade – handgefertigt aus Weichweizenmehl ohne Zusatzstoffe und seit 2017 mit eigenem DO-Schutzstatus als bestes Brot Spaniens anerkannt.

Die nächste Station ist Pontevedra, die Hauptstadt der Rías Baixas und eine der meist unterschätzten Städte Galiciens.

Pontevedra
Pontevedra

Das historische Zentrum wirkt wie aus einem Märchen und versetzt Besucher in eine andere Zeit. Pontevedra erkundet man am besten zu Fuß. Überall finden sich schöne historische Häuser, „Pazos“ (Paläste) und lange überdachte Arkaden.

Die stimmungsvollen Straßen mit Bars und kleinen Geschäften laden zum Schlendern ein und führen immer wieder zu neuen, bezaubernden Plätzen mit Granitgebäuden, die an die keltischen Wurzeln der Region erinnern.

Ein weiterer Ort, den man nicht verpassen sollte, ist Cambados.

Cambados

Die Stadt vereint auf besondere Weise Kleinstadtflair mit Monumentalität. Sie ist ein Küstendorf und zugleich Ausgangspunkt der wahrscheinlich besten Weißweinroute der Welt.

Hier entstand Ende der 1990er Jahre die berühmte Albariño-Traube.

Die gepflasterten Straßen und Steinhäuser, besonders der zentrale Platz Plaza de Ferfiñán, zählen zu den schönsten Galiciens.

Im Viertel San Tomé schlägt das Herz der Seefahrtradition, und man kann von hier aus hunderte schwimmender Plattformen (bateas) zur Muschel- und Jakobsmuschelnzucht sehen.

Cambados ist als Hauptstadt des Albariño-Weins bekannt, Startpunkt der offiziellen Albariño-Weinstraße und Heimat von 22 Weinkellereien der Herkunftsbezeichnung DO Rías Baixas.

Der perfekte Ort, um das Glas zu erheben und auf das Leben anzustoßen!

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