Redaktion Spanien Press Madrid, 1. Juli 2025
Seit heute dürfen Ferienunterkünfte in Spanien nur noch auf Plattformen wie Airbnb oder Booking gelistet werden, wenn sie im neuen zentralen Tourismusregister eingetragen sind. Diese Maßnahme beruht auf einer EU-Verordnung, die mehr Transparenz und Kontrolle im wachsenden Sektor der Kurzzeitvermietung schaffen soll.
Doch die Realität zeigt: Nur 94.209 von 368.295 Ferienwohnungen in Spanien sind bislang offiziell zugelassen – das sind lediglich 25,6 %. Rund 74 % aller touristischen Unterkünfte dürfen ab sofort nicht mehr legal vermietet werden.
Registrierungschaos in letzter Minute
Obwohl die Verordnung bereits am 2. Januar in Kraft trat, hatten Eigentümer eine sechsmonatige Übergangsfrist zur Anmeldung. Allein im Juni wurden mehr als 130.000 Anträge gestellt, was zu einem massiven Rückstau bei den Grundbuchämtern führte. Insgesamt gingen bis gestern 215.438 Anträge ein, von denen nur ein Bruchteil bisher genehmigt wurde. Mehr als 15.000 wurden bereits abgelehnt, über 100.000 befinden sich noch in Prüfung.
Strenge Vorgaben und hohe Bußgelder
Die Registrierung setzt voraus, dass:
- eine kommunale Lizenz oder eine verantwortliche Erklärung vorliegt,
- das Gebäude nicht unter sozialem Wohnrecht steht,
- und dass die Eigentümergemeinschaft touristische Vermietung erlaubt.
Nach erfolgreicher Prüfung wird ein eindeutiger Code vergeben. Ohne diesen droht nicht nur die Löschung der Online-Anzeigen, sondern auch ein Bußgeld von bis zu 500.000 Euro.
Regionale Verteilung: Fokus auf touristische Hotspots
Die Mehrheit der Anträge stammt aus fünf Regionen:
- Andalusien: 49.397 (davon viele in Málaga),
- Kanarische Inseln: 30.060 (Gran Canaria und Teneriffa),
- Katalonien: 27.818 (besonders Barcelona, Tarragona, Girona),
- Valencianische Gemeinschaft: 21.930 (vor allem Alicante).
Kritik aus der Branche
Viele Vermieter und Kommentatoren sehen in der Maßnahme eine Gefahr für den Tourismus. „Man zerstört die einzige Branche, die Spanien noch Geld bringt“, heißt es in Online-Kommentaren.

Der Ansatz ist gut. Aber die Umsetzung wird wie immer nicht richtig vollzogen.