Die Mieten in Spanien steigen seit Jahren – und das längst nicht mehr nur in Madrid oder Barcelona. Viele Leserinnen und Leser von Spanien Press berichten uns, dass sie bei der Wohnungssuche auf einmal mit deutlich mehr Konkurrenz rechnen müssen als noch vor wenigen Jahren.
Was früher als „Plan B“ galt – mittelgroße Städte, Vororte oder unterschätzte Küstenorte – wird heute für viele zur ersten Wahl, wenn es um eine langfristige Mietwohnung geht.
Redaktion Spanien Press
Warum viele die klassischen Großstädte meiden
In Metropolen wie Madrid, Barcelona oder Palma de Mallorca treffen hohe Nachfrage, wenig Angebot und stark steigende Mieten aufeinander. Für Familien, Berufstätige im Homeoffice oder Rentner mit fixer Rente wird ein Leben im Zentrum zunehmend unerschwinglich.
Hinzu kommt: Immer mehr Eigentümer setzen auf Kurzzeit- und Saisonvermietung, etwa für Studierende, digitale Nomaden oder Saisonkräfte. Das reduziert das Angebot für normale Langzeitmietverträge zusätzlich.
Neue Miet-Hotspots: diese Städte lohnen einen Blick
Statt direkt nach Madrid oder Barcelona zu ziehen, orientieren sich viele Wohnungssuchende inzwischen an Alternativen mit guter Infrastruktur und etwas moderateren Preisen:
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Mittelgroße Städte an der Küste wie Alicante, Cartagena oder Murcia bieten Universitäten, Krankenhäuser, Einkaufsmöglichkeiten und Flughäfen in erreichbarer Nähe – bei Mieten, die oft noch unter denen der großen Metropolen liegen.
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Vororte und Satellitenstädte rund um die Großstädte – etwa Móstoles, Getafe oder Alcalá de Henares bei Madrid sowie Hospitalet de Llobregat, Badalona oder Sabadell im Raum Barcelona – sind durch Bahn und Autobahn gut angebunden und dadurch für Pendler attraktiv.
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Regionale Zentren im Inland wie Zaragoza, Burgos, Córdoba, Valladolid oder Granada verbinden ein aktives Kulturleben, Hochschulen und ein vergleichsweise niedrigeres Mietniveau.
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Gewachsene Küstenorte wie Torrevieja, Castellón de la Plana oder Punta Umbria haben sich von reinen Ferienzielen zu ganzjährig bewohnten Städten mit stabiler Nachfrage nach Mietwohnungen entwickelt.
Auch dort zeigt sich inzwischen ein klarer Trend: Gute Objekte sind oft innerhalb kurzer Zeit vergeben, Besichtigungstermine füllen sich schnell.
Wie sich der aktuelle Mietmarkt anfühlt
Leser berichten zunehmend von Sammelbesichtigungen mit vielen Interessenten, umfangreichen Unterlagenanforderungen und Vermietern, die sehr genau auswählen können, an wen sie vermieten. Das gilt nicht nur für Toplagen, sondern mehr und mehr auch für bisher „ruhige“ Städte.
In beliebten Vierteln von Sevilla, Granada oder Las Palmas de Gran Canaria konkurrieren Familien, Berufstätige im Homeoffice und Studierende um denselben knappen Wohnraum. Wer mit der Vorstellung nach Spanien kommt, eine günstige Wohnung „nebenbei“ zu finden, wird häufig überrascht.
Praktische Tipps für Leserinnen und Leser von Spanien Press
Damit die Wohnungssuche in Spanien trotzdem gelingt, kann eine gute Vorbereitung viel ausmachen:
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Unterlagen frühzeitig sammeln: Arbeitsvertrag oder Rentennachweise, aktuelle Kontoauszüge, Kopie von Ausweis oder Pass sowie die NIE-Nummer sollten idealerweise bereits vor der ersten Besichtigung vorliegen.
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Schnell reagieren: Interessante Inserate sind oft schon nach wenigen Stunden wieder offline. Eine kurze, klare Nachricht auf Spanisch oder Englisch mit Vorstellung der eigenen Person erhöht die Chancen auf einen Besichtigungstermin.
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Lage flexibel denken: Wer bereit ist, statt im absoluten Zentrum einige Metro-, Cercanías- oder Busstationen weiter draußen zu wohnen – etwa in Alcalá statt direkt in Madrid oder in Badalona statt mitten in Barcelona – findet oft mehr Angebot und etwas niedrigere Preise.
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Übergangslösungen nutzen: Eine möblierte Wohnung zur Zwischenmiete, zum Beispiel in Städten wie Alicante, Murcia oder Cartagena, kann helfen, vor Ort in Ruhe zu suchen und den Markt besser einzuschätzen, bevor man einen langfristigen Vertrag unterschreibt.
