Ninas Leben zwischen Playa, Paella und Planlosigkeit-oder: Wie die Spanier Urlaub machen!

 

Ninas Leben zwischen Playa, Paella und Planlosigkeit – oder: Wie Spanier Urlaub machen

Eine Hommage an Sonnenmilch, Sommersandalen und sehr viele Cousins

Spanien ist ein Land voller Traditionen: Siesta, Semana Santa, Jamón…
Aber kaum etwas wird so systematisch chaotisch zelebriert wie der Sommerurlaub.
Und ich spreche nicht von einem kleinen Trip an die Küste. Nein, nein, nein.

Ich spreche von Operation Verano – koordiniert über drei WhatsApp-Gruppen, zwei Tías, ein Excel-Sheet und den stillen Einfluss der Abuela.


Der Spanier plant nicht. Der Spanier reserviert.

Schon im März beginnen erste zarte Gespräche:

„Dieses Jahr wieder nach Conil, cariño?“
„Oder Sanlúcar, wie 2018? Weißt du noch, da war der Cousin von Manolo mit… na, wie hieß sie?“
„Diese rubia aus Córdoba… ja genau. Die mit dem Tattoo.“

Und dann geht’s los.

Airbnb wird durchforstet wie der eigene Kühlschrank sonntags um 21 Uhr.
Man sucht Häuser mit:

  • Platz für mindestens 12 Personen

  • aber nur 1 Bad (weil „nos apañamos“)

  • Pool (mindestens für drei aufblasbare Flamingos)

  • und ganz wichtig: nah an einem Chiringuito (also Strandbar. Und Lebenszentrum.)


Urlaub mit der ganzen Familie. Und der vom Nachbarn.

Was für Deutsche „Familienurlaub“ heißt, bedeutet in Spanien:
Ein halber Stammbaum zieht los.

Nicht selten dabei:

  • Eltern, Geschwister, Cousins

  • Schwägerinnen, Ex-Schwägerinnen (wegen der Kinder)

  • Freunde der Kinder

  • Bootsmann (Hund)

  • und der neue Freund von Marta, der alle nur mit „amore“ anspricht.

Die Autos werden bis oben hin vollgestopft – mit:

  • Luftmatratzen (mindestens 6, alle mit Loch)

  • Jamón, weil man dem an der Küste nicht traut

  • und Kisten voller Lebensmittel, weil „da ist alles so teuer“


Am Strand: ein logistisches Meisterwerk

Deutsche: Handtuch, Sonnencreme, Buch.
Spanier: Zelt, Klappstühle, Tisch, Thermobox, Tortilla, Sonnenschirm mit Erdverankerung, Bluetooth-Box, Paddle-Tennis, Ventilator, Baby-Pool, 43 Sonnenhüte.

Und ein Satz, den ich nie vergessen werde:

„Ponle sombrero al jamón, que se está asando.“
(Setz dem Schinken einen Hut auf, er brät schon.)


Es gibt keine Siesta im Urlaub. Nur Gespräche über die Siesta.

Zwischen 15 und 18 Uhr passiert – theoretisch – nichts.
Doch praktisch?

  • Irgendjemand grillt.

  • Zwei Kinder streiten um den Schlauch.

  • Die Tía ruft 47 Mal: „¡Quién ha tocado mi abanico bueno?!

Und währenddessen döst der Onkel mit Sonnenbrand auf dem Bauch und einem Kochlöffel in der Hand.
(Ja, ich habe ein Foto. Nein, ich poste es nicht.)


Urlaub ist auch: viel zu viel essen. Immer.

Jeden Tag:

  • Frühstück

  • Zweitfrühstück

  • Bier & Chips

  • Lunch (3 Gänge)

  • Café

  • Kuchen

  • Tapa „por si acaso“

  • Dinner

  • Helado

  • und um 00:30 Uhr: „¿Hacemos unas tostaditas?
    (Kleine Brote. Mit allem.)


Fazit?

Spanier machen Urlaub nicht zur Erholung – sie feiern ihn.
Und ich liebe es.

Die Abende dauern bis 3 Uhr.
Der Wein fließt wie das Sonnenöl.
Man streitet, tanzt, umarmt sich, teilt Zahnpasta und Mückenstiche.

Und jedes Jahr sagt man am Ende:

„El próximo año lo hacemos más tranquilo, ¿eh?“
(Nächstes Jahr machen wir’s entspannter, ja?)


 

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