6. Oktober 2026
Lesezeit 2 Minuten

Playa del Trampolín in Ceuta erstmals seit zwei Monaten wieder leer

Die Playa del Trampolín in Ceuta ist nach rund zwei Monaten wieder weitgehend leer. Zurück blieben nach der Räumung unter anderem Müll und persönliche Gegenstände (Credit: KI generiert)

Ein ungewöhnliches Bild zeigt derzeit die Playa del Trampolín in Ceuta: Der Strand ist erstmals seit rund zwei Monaten wieder vollständig leer. Wo bis vor wenigen Tagen Tausende Migranten in Zelten und provisorischen Unterkünften lebten, sind nach der Räumung nur noch zurückgelassene Gegenstände, Zelte und Müll zu sehen.

Redaktion Spanien Press

von Marlon Gallego Bosbach

Die Räumung des Strandes wurde am gestrigen Montag abgeschlossen. Der Einsatz hatte bereits am Vortag begonnen und erfolgte in zwei Phasen. Nach Angaben der Behörden lebten zuletzt rund 3.000 Menschen in dem improvisierten Lager. Andere Quellen sprechen von bis zu 3.500 Personen.

Mehrstündiger Polizeieinsatz

Die erste Phase der Räumung begann am Sonntagmorgen. Mehr als 350 Einsatzkräfte waren beteiligt, darunter Einheiten der Policía Nacional, der Guardia Civil, der Policía Local und weitere Sicherheitskräfte.

Die Menschen wurden vom Strand weggebracht und unter anderem mit Bussen zum Centro de Atención Temporal de Extranjeros (CATE) am Grenzübergang El Tarajal gebracht. Dort sollten sie registriert und ihre jeweilige Situation überprüft werden.

Ein Teil der Betroffenen entschied sich anschließend für eine freiwillige Rückkehr nach Marokko. Nach Angaben verschiedener spanischer Medien kehrten bereits am ersten Tag mehrere hundert Menschen freiwillig zurück.

Die zweite und letzte Phase der Räumung begann am Montagmorgen und war nach wenigen Stunden abgeschlossen.

61 Tonnen Müll am Strand

Nach zwei Monaten hinterließ das Lager deutliche Spuren. Rund 61 Tonnen Abfall mussten beziehungsweise müssen aus dem Bereich entfernt werden. Dazu gehören zurückgelassene Zelte, persönliche Gegenstände und weiterer Müll.

Nach dem Abtransport der Menschen begannen die Reinigungskräfte damit, den Strand wieder herzurichten. Die Aufräumarbeiten sollen die Playa del Trampolín wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzen.

Auch die Wasserqualität war ein Problem

Neben der schwierigen Unterbringungssituation spielte auch die Wasserqualität eine Rolle. Untersuchungen hatten Ende September eine Belastung des Meerwassers mit Escherichia coli und intestinalen Enterokokken festgestellt.

Damit war der Kontakt mit dem Wasser aus gesundheitlicher Sicht problematisch. Dennoch hielten sich Menschen aus dem Lager weiterhin am Meer auf und nutzten das Wasser unter anderem zum Waschen.

Die Behörden von Ceuta hatten die spanische Zentralregierung über die Situation informiert, da der betroffene Küstenabschnitt in staatlicher Zuständigkeit liegt.

Migrationssituation in Ceuta bleibt bestehen

Die vollständige Räumung der Playa del Trampolín bedeutet allerdings nicht, dass die Migrationssituation in Ceuta beendet ist. Ein Teil der Menschen, die zuvor am Strand lebten, hält sich weiterhin in anderen Bereichen auf. Insbesondere im Bereich der Explanada del Guano und der ehemaligen Guano-Fabrik befinden sich weiterhin Migranten.

Der geräumte Strand ist damit vor allem ein sichtbares Zeichen für das Ende eines bestimmten Lagers – nicht für das Ende der gesamten Unterbringungs- und Migrationsproblematik in der spanischen Exklave.

Räumung wenige Tage vor dem Königsbesuch

Die Räumung fällt zudem in eine besondere Zeit für Ceuta. Am 13. und 14. Oktober werden König Felipe VI. und Königin Letizia die spanische Exklave besuchen. Für das Königspaar handelt es sich um einen besonderen Termin: Es wird der erste offizielle Besuch von Felipe VI. und Letizia in Ceuta während der bisherigen Amtszeit des Königs sein.

Die Bilder der nun weitgehend geräumten Playa del Trampolín zeigen damit einen deutlichen Kontrast zur Situation der vergangenen Wochen. Aus einem Strand, der zeitweise zu einem großen improvisierten Lager geworden war, soll nun wieder ein normaler öffentlicher Küstenabschnitt werden.

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