Die spanische Nationalpolizei untersucht in der Provinz Burgos eine ungewöhnliche Serie von rund 30 Geburten, die zahlreiche Gemeinsamkeiten aufweisen. Auslöser der Ermittlungen waren Hinweise von Mitarbeitern des Universitätsklinikums Burgos (HUBU), denen innerhalb weniger Monate ein auffälliges Muster aufgefallen war
Redaktion Spanien Press
Nach übereinstimmenden Berichten spanischer Medien handelt es sich bei den Müttern überwiegend um brasilianische Staatsangehörige. Viele von ihnen leben gewöhnlich in Belgien oder anderen nordeuropäischen Ländern, wo sie auch ihre Schwangerschaft medizinisch begleiten ließen. Für die Entbindung reisten sie jedoch nach Burgos.
Besonders auffällig war, dass in allen Fällen derselbe Mann als mutmaßlicher Vater der Neugeborenen angegeben wurde oder die Frauen bei den Krankenhausbesuchen begleitete. Zudem nannten zahlreiche Mütter bei den spanischen Behörden immer wieder dieselben beiden Anschriften in der Region Las Merindades – eine in Medina de Pomar und eine weitere in Villarcayo. Diese Übereinstimmungen weckten den Verdacht des Krankenhauspersonals, das schließlich die Nationalpolizei informierte.
Nach den bisher bekannten Informationen ereigneten sich die Geburten zwischen Mai und Juli dieses Jahres. Aufgrund der wiederkehrenden Angaben leitete die Polizei Ermittlungen ein, um festzustellen, ob hinter den Fällen ein organisiertes System stehen könnte oder ob die Gemeinsamkeiten eine rechtmäßige Erklärung haben.
Die Beamten überprüfen derzeit die eingereichten Unterlagen, die Angaben zur Vaterschaft sowie die gemeldeten Wohnsitze. Dabei soll geklärt werden, ob möglicherweise Unregelmäßigkeiten bei der Registrierung der Kinder oder anderen Verwaltungsverfahren vorliegen. Bislang wurden jedoch weder Festnahmen vorgenommen noch Straftaten nachgewiesen.
Die Ermittler betonen, dass sich das Verfahren noch in einem frühen Stadium befindet und sämtliche Hypothesen geprüft werden. Ziel der Untersuchungen ist es, die Hintergründe dieser ungewöhnlichen Häufung von Geburten mit identischen Angaben aufzuklären.
Der Fall hat in Spanien große Aufmerksamkeit erregt, da innerhalb kurzer Zeit eine ungewöhnlich hohe Zahl von Geburten mit denselben Merkmalen registriert wurde. Ob tatsächlich eine organisierte Struktur hinter den Vorgängen steckt oder ob sich die Auffälligkeiten letztlich rechtmäßig erklären lassen, müssen die laufenden Ermittlungen zeigen. Bis dahin gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung.
