Ein interner Informe de la Policía Nacional zeigt alarmierende Zahlen: Tausende Ausländer in Spanien, viele davon mit polizeilichen Vorstrafen, geben offenbar falsche Passverluste an, um sich den neuen Regularisierungsprozessen der Regierung zu entziehen. Der Bericht datiert auf den 10. Februar 2026, nur zwei Wochen nach der Ankündigung von Ministerpräsident Pedro Sánchez, eine außerordentliche Regularisierung von rund einer halben Million Migranten einzuleiten.
Redaktion Spanien Press
Dramatischer Anstieg bei Passverlustmeldungen
Laut dem Polizeibericht sind die Meldungen über verlorene Pässe in den ersten Wochen dieses Jahres deutlich gestiegen:
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Pakistaner: Anstieg um 866,67 %
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Algerier: Anstieg um 356,25 %
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Marokkaner: Anstieg um 114 %
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Kolumbianer: Anstieg um 35 %
Die Polizei warnt, dass viele dieser Meldungen nicht glaubwürdig seien, insbesondere weil ein erheblicher Teil der Betroffenen bereits Vorstrafen oder mehrere Identitäten besitzt.
Hintergründe der Regularisierung
Der Anstieg fällt zeitlich mit den Plänen der spanischen Regierung zusammen, irregulären Migranten eine Möglichkeit zur Legalisierung zu bieten. Die geplante Maßnahme sieht vor, dass Personen ohne gültige Aufenthaltspapiere ihre Situation mittels einer verantwortlichen Erklärung über den Status im Herkunftsland nachweisen können, falls dieses nicht innerhalb eines Monats reagiert. Die Polizei sieht hierin potenzielle Sicherheitslücken, da so die Prüfung individueller Fälle erschwert wird.
Offizieller Polizeibericht
Der Informe de la Policía Nacional stammt von der Comisaría General de Extranjería y Fronteras und wurde von Alfredo García Miravete, Leiter der Zentralen Einsatzleitstelle, unterzeichnet. Er richtet sich an:
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Jefaturas Superiores
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Unidades de Coordinación Operativa Territoriales
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Brigadas Provinciales und Locales de Extranjería y Fronteras
Die Polizei empfiehlt, jede Meldung eines verlorenen Passes sorgfältig zu prüfen und den administrativen Status der betroffenen Person vollständig zu verifizieren.
Sicherheitsbedenken und Reaktionen
Beamte warnen, dass die Kombination aus regelungsbedingter Vereinfachung der Legalisierung und den falschen Verlustmeldungen Sicherheitsrisiken bergen könnte. Die geltenden EU‑Regeln sehen eigentlich eine Fall‑für‑Fall‑Prüfung vor, die nicht allein auf einer Erklärung beruhen sollte.
Der Bericht hebt hervor, dass die aktuellen Entwicklungen die Arbeit der Grenz- und Ausländerbehörden erheblich erschweren und dass Kontrollen und Identitätsprüfungen verschärft werden müssen.
Herausforderungen und Ausblick
Der Polizeibericht macht deutlich, vor welchen Herausforderungen Spanien im Migrationsbereich derzeit steht:
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Dramatischer Anstieg gefälschter Passverlustmeldungen
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Hoher Anteil von Betroffenen mit Vorstrafen oder mehreren Identitäten
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Mögliche Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit der geplanten Regularisierung
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Bedeutender organisatorischer Aufwand für die Behörden
In den kommenden Wochen wird sich zeigen, wie Regierung und Polizei auf diese Entwicklungen reagieren und ob die geplante Regularisierung effektiv, sicher und rechtlich einwandfrei umgesetzt werden kann.
