Ab dem 12. Dezember 2026 können Fahrgäste auf bestimmten Regional- und Mittelstrecken in Spanien ohne vorherige Sitzplatzreservierung reisen. Auch bei der Mitnahme von Fahrrädern und Haustieren sind Erleichterungen geplant.
Redaktion Spanien Press
von Marlon Gallego Bosbach
Die spanische Bahngesellschaft Renfe ändert die Reisebedingungen auf ausgewählten Regional- und Mittelstrecken. Ab dem 12. Dezember 2026 soll auf mehreren Verbindungen die Verpflichtung entfallen, vor der Fahrt einen nummerierten Sitzplatz zu reservieren. Gleichzeitig will das Unternehmen die Mitnahme von Fahrrädern und Haustieren erleichtern.
Mit der Umstellung möchte Renfe den Ticketkauf und den Zugang zu den Zügen vereinfachen. Das neue Modell soll insbesondere den Bedürfnissen von Fahrgästen entgegenkommen, die Regionalzüge regelmäßig für den Arbeitsweg oder andere alltägliche Fahrten nutzen. Die Änderungen betreffen jedoch nicht das gesamte spanische Bahnnetz, sondern zunächst ausgewählte Verbindungen.
Diese Strecken sind betroffen
Die Neuerungen gelten auf Verbindungen in mehreren autonomen Gemeinschaften, darunter Galicien, die Region Valencia, Murcia, Extremadura, Aragón, Kastilien und León sowie Navarra und im Baskenland.
Zu den betroffenen Strecken gehören unter anderem die Verbindungen A Coruña–Vigo Guixar und A Coruña–Ferrol in Galicien. Auch die Strecke Valencia–Alicante–Murcia–Cartagena ist Teil der Umstellung. In Extremadura betrifft sie unter anderem die Abschnitte Cáceres–Valencia de Alcántara sowie Badajoz–Villanueva de la Serena.
Weitere Änderungen sind für die Verbindungen Burgos–Vitoria–Pamplona–Zaragoza, Valencia–Teruel–Zaragoza und Salamanca–Valladolid–Palencia vorgesehen. Bei einigen dieser Strecken handelt es sich um Teilabschnitte längerer Zugverbindungen.
Die Abschaffung der Sitzplatzreservierung bedeutet, dass Reisende auf den betroffenen Verbindungen keinen vorab zugewiesenen Sitzplatz mehr benötigen. Eine Garantie auf einen freien Sitzplatz ergibt sich daraus allerdings nicht. Insbesondere bei stark ausgelasteten Zügen kann es deshalb weiterhin zu Engpässen kommen.
Fahrräder können ohne bisherigen Zuschlag mitreisen
Neben der Sitzplatzregelung passt Renfe auch die Bedingungen für die Fahrradmitnahme an. Auf den betroffenen Verbindungen soll der bisherige Aufpreis für die Mitnahme vollständiger, nicht zerlegter Fahrräder entfallen.
Damit will das Unternehmen die Kombination von Bahn und Fahrrad erleichtern. Die Änderung ist vor allem für Reisende relevant, die Fahrräder auf dem Weg zur Arbeit, bei Ausflügen oder für Fahrten zwischen verschiedenen Städten mitnehmen möchten. Die übrigen geltenden Beförderungsbedingungen bleiben davon unberührt.
Auch bei Haustieren sind Erleichterungen geplant
Weitere Änderungen betreffen die Mitnahme von Haustieren. Für Tiere mit einem Gewicht von bis zu zehn Kilogramm, die in einer Transportbox reisen, soll der bisherige Aufpreis entfallen. Auch für Hunde mit einem Gewicht von bis zu 40 Kilogramm ist eine entsprechende Erleichterung vorgesehen.
Die Befreiung von Zusatzgebühren gilt nach Angaben des Unternehmens bereits bei bestimmten Tarifoptionen und soll in den kommenden Wochen auf weitere betroffene Verbindungen ausgeweitet werden. Damit will Renfe die Nutzung der Bahn auch für Menschen erleichtern, die mit ihren Haustieren unterwegs sind.
Renfe setzt auf mehr Flexibilität
Mit den Änderungen verfolgt Renfe das Ziel, das Angebot im Regional- und Mittelstreckenverkehr einfacher und flexibler zu gestalten. Neben dem Wegfall der Sitzplatzreservierung sollen auch die geringeren Zusatzkosten für Fahrräder und Haustiere die Nutzung der Züge attraktiver machen.
Die neuen Bedingungen gelten ab dem 12. Dezember 2026 auf den ausgewählten Verbindungen. Eine allgemeine Abschaffung der Sitzplatzreservierung für sämtliche Renfe-Züge ist damit nicht verbunden. Auch Änderungen an den regulären Fahrpreisen sind mit der angekündigten Reform nicht automatisch vorgesehen.
