Spaniens Premier weist Verantwortung der Erneuerbaren zurück und spricht von „gigantischer Manipulation“
Nach dem landesweiten Stromausfall vom 28. April, der Millionen Menschen in Spanien ohne Strom ließ, hat Regierungschef Pedro Sánchez die erneuerbaren Energien verteidigt und scharfe Kritik an der politischen Opposition geübt. Er warnt vor einer gezielten Kampagne, um die Solarenergie zum Sündenbock zu machen.
Noch keine eindeutige Ursache
Obwohl die genaue Ursache des bisher schwersten Stromausfalls Spaniens noch unklar ist, spricht Sánchez von einer „gigantischen Manipulation“, die darauf abziele, die Verantwortung der Solarenergie zuzuschieben. Hinter dieser Strategie vermutet er das „pro-nukleare Lobby“, das den Rückbau der Atomkraftwerke verhindern wolle.
Kritik an PP und Vox
Der sozialistische Premierminister nahm besonders die konservative Partido Popular (PP) und die rechtspopulistische Partei Vox ins Visier. Er beschuldigte sie, als „dilettantische Lobbyisten“ im Dienste großer Energiekonzerne zu agieren, die in Besitz von Atomkraftwerken seien.
Lag es an der Solarenergie?
Bekannt ist bisher, dass die Störung in Extremadura begann – einer Region mit besonders vielen Solarparks. Red Eléctrica, der spanische Netzbetreiber, erklärte, es sei „sehr wahrscheinlich“, dass die betroffene Stromerzeugung aus Solaranlagen stammte.
Zum Zeitpunkt des Ausfalls deckte Solarstrom etwa 59 % des spanischen Strombedarfs, gefolgt von Windkraft (12 %), Kernenergie (11 %) und Gas (5 %), wie Reuters berichtete.
Europas Netz trennte Spanien ab
Entscheidend war laut Experten jedoch die abrupte Trennung Spaniens vom europäischen Stromnetz. Als Frankreich Instabilitäten im iberischen System bemerkte, kappte es die Verbindung, um die Stabilität im restlichen Europa zu sichern – ein Schritt, der den Ausfall massiv verschärfte.
Sánchez bleibt standhaft
Trotz Kritik und offener Fragen hält Sánchez an seinem Kurs fest. Er bekräftigte, dass seine Energiepolitik auf technischen Fakten beruhe – nicht auf Ideologie – und sprach sich klar gegen eine Rückkehr zur Atomkraft aus.
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