Ein verheerender Waldbrand in der Provinz Almería hat Andalusien in tiefe Trauer gestürzt. Bei dem Feuer rund um Los Gallardos und Bédar kamen nach ersten offiziellen Angaben mindestens elf Menschen ums Leben, mehrere weitere Personen wurden verletzt. Die Behörden schließen nicht aus, dass die Zahl der Opfer noch steigen könnte.
Redaktion Spanien Press
Besonders dramatisch sind die Umstände, unter denen mehrere Menschen starben. Nach Angaben der andalusischen Regionalregierung versuchten einige Betroffene offenbar, den Flammen über alternative Wege zu entkommen. Doch genau diese Routen wurden zur tödlichen Falle. Mehrere Opfer wurden in ausgebrannten Fahrzeugen gefunden, andere sollen zu Fuß eine Rambla durchquert haben, die sich durch Rauch, Hitze und Feuer rasch in eine lebensgefährliche Sackgasse verwandelte.
Der Brand überraschte zahlreiche Bewohner von abgelegenen Häusern, Cortijos und verstreuten Wohnsiedlungen im Gemeindegebiet von Bédar. Zwar hatten die Einsatzkräfte Evakuierungsrouten koordiniert, doch Panik, dichter Rauch und die schnelle Ausbreitung der Flammen führten offenbar dazu, dass einige Menschen eigenständig andere Wege wählten.
Der andalusische Notfall- und Präsidentschaftsminister Antonio Sanz sprach von einer Tragödie ohne Beispiel und mahnte die Bevölkerung, bei Evakuierungen ausschließlich den Anweisungen der Rettungsdienste zu folgen. Gerade bei Waldbränden könne eine improvisierte Fluchtroute innerhalb weniger Minuten zur Todesfalle werden.
Besonders betroffen sind die Ortschaften und Siedlungen rund um Bédar. Mehrere Gebiete mussten evakuiert werden, darunter Almocáizar, Fuente del Albarico, Los Pinos, La Serena und El Pinar de Bédar. Auch ein touristischer Komplex wurde vorsorglich geräumt.
Nach ersten Schätzungen wurden bereits mehrere Tausend Hektar Land zerstört. Rund 150 Einsatzkräfte arbeiteten in der Nacht gegen die Flammen, unterstützt von Löschfahrzeugen, medizinischen Einheiten, Einsatzleitungen und weiteren Spezialteams. Auch die Militärische Notfalleinheit wurde zur Unterstützung mobilisiert.
Vier Schwerverletzte erlitten Verbrennungen unterschiedlichen Grades und sollten in spezialisierte Krankenhäuser verlegt werden. Gleichzeitig laufen die Identifizierung der Todesopfer und die Suche nach möglichen weiteren Betroffenen weiter.
Der Brand von Los Gallardos gilt bereits jetzt als einer der folgenschwersten Waldbrände in Andalusien. Er zeigt auf tragische Weise, wie gefährlich die Kombination aus extremer Trockenheit, Hitze, Wind und verstreuten Siedlungen in ländlichen Regionen Spaniens werden kann.
Die Behörden appellieren eindringlich an die Bevölkerung: Wer bei einem Waldbrand evakuiert wird, darf keine eigenen Fluchtwege wählen. Nur die von den Einsatzkräften freigegebenen Routen gelten als sicher.
