In Sevillas Straßen macht sich eine Mischung aus Panik, Ekel und schwarzem Humor breit. In Vierteln wie El Porvenir oder Triana berichten Anwohner von riesigen Ratten, die sie scherzhaft mit Capybaras vergleichen – allerdings mit Schwanz.
Die Stadtverwaltung hat auf die wachsende Besorgnis reagiert und das Budget für die Schädlingsbekämpfung um ganze 600 % erhöht – eine der stärksten Steigerungen in der Geschichte der Kommune. „Wir verstärken die Kontrollen besonders im Frühling, wenn die Populationen explodieren“, heißt es aus dem Rathaus.
Woher kommen all die Ratten?
Fachleute machen milde Winter, überquellende Mülltonnen und verlassene Grundstücke verantwortlich. Auch die andalusische Vorliebe für das Essen unter freiem Himmel – Tapas, Krümel, Essensreste – trägt ihren Teil bei. Was für Menschen Lebensfreude bedeutet, ist für Nagetiere ein Festmahl.
Die neue Normalität: Ratten im Alltag
Die Tiere scheinen die Scheu vor den Menschen verloren zu haben. „Die laufen hier rum, als gehörte ihnen der Park“, erzählt eine ältere Anwohnerin aus El Porvenir. Es gibt Berichte über Ratten, die so groß wie Hauskatzen sind – und das nicht nur nachts.
Gesundheit und Lebensqualität in Gefahr
Neben hygienischen Risiken – Krankheitserreger, Bissverletzungen, Schäden an der Infrastruktur – warnen Fachleute auch vor psychischen Folgen: „Die ständige Angst vor Begegnungen mit Ratten kann zu Stress, Schlafproblemen und einem Gefühl von Kontrollverlust führen“, erklärt eine Psychologin.
Was nun?
Während die Behörden die Schädlingsbekämpfung massiv ausweiten, setzen sie auch auf die Mithilfe der Bevölkerung. Sauberkeit in den Straßen, verschlossene Mülleimer und das Melden von Sichtungen sind nun Teil der urbanen Verteidigungslinie gegen die „neuen Mitbewohner“.
Ob sich Sevillas Wette auf ein Rekordbudget auszahlt, wird sich zeigen. Bis dahin bleibt den Einwohnern nur: wachsam bleiben – und die Capybara-Witze mit Galgenhumor zu nehmen.
