11 de Mai de 2025
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Sie sperrten ihre Kinder aus Angst vor Covid ein – und schlafen nun im Gefängnis mit Maske

Foto Cordon Press

Das deutsch-amerikanische Ehepaar lebt nach vier Jahren Isolation nun in der Strafanstalt – und zeigt weiterhin paranoide Züge.

Eine Obsession, die nicht nachlässt

Christian Steffen (53, Deutscher) und Melissa Ann Steffen (48, US-Amerikanerin) sitzen seit dem 28. April in Untersuchungshaft im Gefängnis von Asturias. Sie hatten sich 2021 mit ihren drei kleinen Kindern in einem Haus im Weiler Toleo, in der Gemeinde Oviedo, vollständig von der Außenwelt abgeschottet – aus Angst vor dem Coronavirus.

Nach ihrer Festnahme wurden sie in die therapeutisch-pädagogische Abteilung (Unidad Terapéutica y Educativa, UTE) der Strafanstalt verlegt. Dort leben sie gemeinsam mit anderen Häftlingen, die wegen gewöhnlicher Straftaten wie Diebstahl oder Drogenhandel verurteilt wurden. Doch die Beamten sind besonders auf ein Verhalten aufmerksam geworden: Das Ehepaar trägt ständig eine Maske – selbst beim Schlafen.

Alte Masken, neue Ängste

Bei ihrer Ankunft im Gefängnis trugen sie noch dieselben chirurgischen Masken, die sie offenbar monatelang benutzt hatten. „Die Masken waren schmutzig, abgenutzt und voller Keime – gefährlicher als alles, was sie hier im Gefängnis einatmen könnten“, erklärt ein Gefängnismitarbeiter. Inzwischen verwenden sie neue, saubere Masken – doch die Angst ist geblieben. „Sie verhalten sich, als wäre immer noch 2021“, heißt es aus dem Gefängnis.

Therapieprogramme ohne Erfolg

Die Gefängnisleitung hat versucht, Christian und Melissa in getrennte Programme zu integrieren, um ihre soziale Interaktion zu fördern und die emotionale Abhängigkeit voneinander zu durchbrechen. Dennoch verbringen sie weiterhin Zeit miteinander – im Speisesaal, im Hof und im Gemeinschaftsraum. Mit anderen Insassen sprechen sie kaum.

Vier Jahre Isolation für die Kinder

Das Ehepaar hielt seine Kinder – vierjährige Zwillinge und einen sechsjährigen Sohn – über vier Jahre hinweg in kompletter Isolation. Die Polizei fand sie in einem verwahrlosten Haus, ohne Zugang zu medizinischer Versorgung, Bildung oder normalem Sozialleben. Laut ersten Berichten litten die Kinder unter schweren körperlichen und psychischen Problemen – darunter chronische Verstopfung, weil sie das Bad nicht frei benutzen durften.

Ein Fall, der erschüttert

Der Fall hat die Öffentlichkeit erschüttert. Nicht nur wegen der extremen Isolation und des Leids der Kinder, sondern auch wegen des anhaltenden psychischen Zustands der Eltern. Während die Justiz nun klärt, ob ein Verbrechen vorliegt, arbeiten Psychologen und Ärzte im Gefängnis daran, die tieferliegenden traumatischen Ursachen dieser Angststörung zu verstehen und zu behandeln.

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