Die spanische Regierung hat ihre Staatsbürger, die sich derzeit im Iran aufhalten, dringend aufgefordert, das Land so schnell wie möglich zu verlassen. Das Außenministerium warnt vor einer zunehmend instabilen Sicherheitslage und rät gleichzeitig ausdrücklich von Reisen in den Iran ab
Redaktion Spanien Press
Nach Angaben des Ministeriums hat sich die Lage im Land in den vergangenen Wochen deutlich verschärft. Zu einem ohnehin angespannten regionalen Umfeld kommen landesweite Proteste, die seit Ende Dezember anhalten. Verschiedene Quellen berichten von zahlreichen Todesopfern und Festnahmen. Zudem wurden Internetverbindungen sowie internationale Telefonverbindungen weitgehend unterbrochen, was den Kontakt zum Ausland erheblich erschwert.
Außenminister José Manuel Albares betonte, oberste Priorität habe der Schutz spanischer Staatsbürger. Vor diesem Hintergrund empfiehlt das Ministerium, den Iran über die derzeit verfügbaren Wege zu verlassen und nicht notwendige Reisen innerhalb des Landes zu vermeiden.
Eingeschränkter Flugverkehr – Ausreise über Land möglich
Der Flugverkehr ist stark eingeschränkt: Viele internationale Fluggesellschaften haben ihre Verbindungen von und nach Iran ausgesetzt. Spanischen Staatsbürgern wird geraten, sich fortlaufend bei den Airlines über mögliche Abflugoptionen zu informieren.
Als Alternative weist das Außenministerium darauf hin, dass die Landgrenzen zu Armenien, der Türkei, Aserbaidschan und Turkmenistan für ausländische Staatsangehörige weiterhin geöffnet sind.
Klare Warnung vor Demonstrationen und sensiblen Aktivitäten
Die spanischen Behörden raten dringend davon ab, sich Demonstrationen zu nähern oder daran teilzunehmen. Ebenso wird davor gewarnt, Fotos oder Videos von offiziellen Gebäuden, militärischen Einrichtungen oder staatlicher Infrastruktur anzufertigen. Laut Außenministerium wurden mehrere europäische Staatsbürger aus diesen Gründen festgenommen und zu Haftstrafen verurteilt.
Spanier im Iran werden gebeten, die Hinweise der spanischen Botschaft in Teheran aufmerksam zu verfolgen, sobald die Kommunikationsverbindungen wiederhergestellt sind. Für ausländische Arbeitnehmer gilt zudem, dass für die Ausreise eine behördliche Genehmigung erforderlich ist, die über den jeweiligen Arbeitgeber beantragt werden muss. Die Botschaft selbst hat hierfür keine rechtliche Zuständigkeit.
Das Außenministerium betont abschließend, dass Reisen in den Iran derzeit nicht zu verantworten sind, da die Sicherheitslage weiterhin unübersichtlich bleibt und sich kurzfristig weiter verschärfen kann.

