13 de September de 2025
Lesezeit 1 Minute

Spanien im September 2025: Mietsteigerungen auf 2,19 % begrenzt

Das spanische Statistikamt (INE) hat an diesem Freitag den Índice de Referencia para Arrendamientos de Vivienda (IRAV) aktualisiert. Dieser Index dient als Obergrenze für die jährliche Erhöhung neuer Mietverträge. Für September 2025 liegt der Wert bei 2,19 %.

Für Mieter klingt das zunächst nach einer guten Nachricht: Wer aktuell 1.000 Euro Miete erhält, darf höchstens 21,90 Euro mehr pro Monat verlangen – also knapp 263 Euro im Jahr. Doch hinter den Zahlen verbirgt sich ein wachsendes Problem

Redaktion Spanien Press

Schutz für Mieter – aber Frust bei Eigentümern

Die Regierung betont, dass der IRAV Mieter vor „übermäßigen Belastungen“ schützen soll, vor allem in Zeiten hoher Inflation. Die Preise für Strom, Benzin und Lebensmittel sind zuletzt stark gestiegen, während die allgemeine Inflation bei 2,7 % liegt. Der Mietdeckel bleibt bewusst darunter.

Doch die Immobilienbranche spricht von einer unausgewogenen Regulierung. Viele Eigentümer sehen ihre Renditen schwinden, da ihre eigenen Kosten – Kredite, Steuern, Instandhaltung – schneller wachsen als die erlaubten Mieterhöhungen.

Immer mehr Wohnungen verschwinden vom Markt

Die Folge: Zahlreiche Vermieter ziehen ihre Wohnungen zurück. Manche verkaufen, andere wechseln in die lukrativere Ferienvermietung über Plattformen wie Airbnb, die nicht unter die Mietbremse fällt. Experten warnen, dass dadurch das Angebot an langfristigen Mietwohnungen weiter sinkt.

Das Paradoxe: Eine Maßnahme, die eigentlich bezahlbaren Wohnraum sichern sollte, könnte am Ende die Knappheit verschärfen – und langfristig sogar weiter  die Preise in die Höhe treiben – was wir auf dem spanischen Markt bereits beobachten

Was Ausländer in Spanien wissen sollten

  • Mieter: In Großstädten wie Madrid, Barcelona oder Valencia wird die Wohnungssuche immer schwieriger, da weniger Objekte angeboten werden.

  • Eigentümer: Wer investieren möchte, sollte genau prüfen, ob sich eine langfristige Vermietung noch lohnt.

  • Expats: Regulierte Mieten schützen kurzfristig, machen den Markt aber zunehmend unberechenbar.

Spanien setzt mit dem IRAV weiter auf staatliche Mietkontrolle. Doch im September 2025 ist klar: Der Widerstand wächst, das Angebot schrumpft – und viele befürchten, dass sich die Wohnsituation für Mieter in den kommenden Monaten weiter verschärfen wird.

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  1. Und nicht zu vergessen der schlechte Schutz der Eigentümer, wenn die Mieter nicht zahlen, oder noch schlimmer die Wohnung von Okupas besetzt wird. Diese schlechte, gesetzliche Lage entzieht ebenfalls viele Wohnungen dem Markt. Ich kenne nur Besitzer, die sich davor fürchten und nicht vermieten und andere „kreative“ Lösungen suchen. Es sind also nicht nur die bösen Airbnb’s, welche die Wohnungsnot fördern sondern auch spanische Besitzer, die wegen des misslichen gesetzlichen Schutzes nicht vermieten. Diesem Problem sollten sich die Politiker auch mal annehmen. Schuldige benennen ist einfach. Lösungen politisch zu postulieren und auch durchzubringen ist viel schwerer.

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