Redaktion Spanien Press 1. Juli 2025
Mit dem 1. Juli beginnt offiziell der Sommer – und Spanien startet mit Volldampf in die Hauptsaison. Die diesjährige Urlaubssaison verspricht Rekorde bei internationalen Ankünften, Ausgaben und Preisen. Während ausländische Besucher in Rekordzahl erwartet werden, reagieren auch einheimische Reisende auf die neuen wirtschaftlichen Bedingungen. Trotz teurerer Unterkünfte, Gastronomie und Freizeitangebote blickt die Tourismusbranche optimistisch auf die kommenden Wochen – verbunden mit Erwartungen an einen historischen Beschäftigungsrekord.
Internationale Gäste auf Rekordkurs
Für Juli und August werden insgesamt über 22 Millionen internationale Gäste erwartet – mehr als je zuvor. Auch die Ausgaben steigen deutlich: Insgesamt könnten über 32 Milliarden Euro umgesetzt werden, mit einem durchschnittlichen Ausgabenwert pro Tourist von 1.440 Euro.
Spanien bewegt sich damit auf das Ziel von über 100 Millionen Besuchern im Gesamtjahr zu. Gleichzeitig wächst aber die Sorge um die Auswirkungen des Massentourismus auf Umwelt, Städte und Wohnraum.
Inlandsreisen stabil – mit höherem Budget
Die Zahl der Reisen innerhalb Spaniens bleibt mit rund 39 Millionen Sommerreisen auf dem Niveau des Vorjahres. Dennoch geben die spanischen Urlauber mehr pro Person aus – im Schnitt 739 Euro, ein neuer Höchstwert.
Rund 80 % der Bevölkerung planen in diesem Sommer eine Reise, ein Teil davon auch ins Ausland. Etwa vier von zehn entscheiden sich für Reiseziele außerhalb Spaniens.
Weniger Ferienwohnungen: Vorteile für Hotels?
Ein entscheidender Faktor in dieser Saison: Viele Ferienwohnungen sind zuletzt vom Markt verschwunden, nachdem ein neues zentrales Register verpflichtend wurde und zahlreiche Anbieter ihre Unterkünfte nicht mehr legal anbieten konnten oder wollten. Dies hat das Angebot an Urlaubsunterkünften spürbar reduziert, besonders in beliebten Küstenregionen.
Die Folge: Die Nachfrage konzentriert sich stärker auf Hotels und offiziell registrierte Apartments, die dadurch von einer höheren Auslastung und steigenden Preisen profitieren könnten. Für Reisende bedeutet das allerdings weniger Auswahl und tendenziell höhere Kosten.
Deutlicher Preisanstieg – mit wenigen Ausnahmen
Besonders Unterkünfte haben kräftig angezogen: Hotelpreise sind durchschnittlich um fast 7 % gestiegen, Ferienwohnungen an der Küste sogar noch mehr. Eine Woche Urlaub am Meer kostet mittlerweile im Schnitt über 1.200 Euro. Auch Essen gehen, Aktivitäten und Freizeitangebote wurden spürbar teurer – mit Preisanstiegen von rund 4 %.
Etwas günstiger sind hingegen internationale Flugreisen, deren Preise leicht gesunken sind. Inlandsflüge und Pauschalreisen ins Ausland verzeichneten hingegen moderate Preissteigerungen.
Mehr Jobs durch den Sommerboom
Die Tourismusbranche rechnet mit rund 700.000 neuen Arbeitsverträgen in diesem Sommer – das wären fast 10 % mehr als im Vorjahr. Besonders gefragt sind Kräfte in der Gastronomie, im Transportwesen, in der Logistik und im Einzelhandel. Ein Großteil dieser Beschäftigung wird in den touristisch stärksten Regionen Spaniens erwartet.
Massentourismus bleibt Streitthema
Trotz der positiven Wirtschaftszahlen bleibt der Massentourismus ein kontroverses Thema. Überfüllte Küsten, steigende Lebenshaltungskosten für Einheimische und eine wachsende Belastung der Infrastruktur sorgen für Diskussionen. In vielen Urlaubsorten wird der Ruf nach einem nachhaltigeren Tourismusmodell immer lauter.
