4 de Februar de 2026
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Sturm Leonardo bringt Andalusien an seine Grenzen: über 3.000 Evakuierte und orange Warnstufe bis Mitternacht – Stauseen verzeichnen historischen Rekordanstieg

Credit Ferran Fusalba Rosello (Unsplash)

Das Tiefdruckgebiet Leonardo hält Andalusien weiterhin in einer angespannten meteorologischen Lage. Auch wenn die rote Warnstufe nur in besonders betroffenen Gebieten gilt, bleibt die gesamte Region bis heute Nacht um 00:00 Uhr unter Warnstufe Orange, da weiterhin mit Starkregen, schweren Windböen und Überschwemmungen gerechnet wird

Redaktion Spanien Press

Die Agencia Estatal de Meteorología (AEMET) warnt vor einem außergewöhnlich intensiven Wetterereignis, insbesondere im Bereich der Straße von Gibraltar, in der Serranía de Ronda sowie in Teilen des andalusischen Hinterlands. Lokal werden Niederschlagsmengen von bis zu 120 Litern pro Quadratmeter innerhalb einer Stundeerwartet, mit bis zu 150 Litern innerhalb von 24 Stunden.

Über 3.000 Menschen vorsorglich evakuiert

Aufgrund der drohenden Überflutung von Flüssen und Nebenläufen wurden mehr als 3.000 Personen in gefährdeten Gebieten der Provinzen Cádiz, Málaga und Jaén vorsorglich in Sicherheit gebracht. Die andalusischen Behörden betonen, dass es sich um präventive Maßnahmen handelt, um Menschenleben in der kritischsten Phase des Unwetters zu schützen.

Warnmeldungen direkt auf Mobiltelefone

Bereits am Dienstagabend versandte die Regionalregierung ES-Alert-Nachrichten des Zivilschutzes an Mobiltelefone in 48 andalusischen Gemeinden. Die Bevölkerung wurde darin aufgefordert, unnötige Wege zu vermeiden, offizielle Anweisungen zu befolgen und sich ausschließlich über verlässliche Informationskanäle zu informieren.

Straßen gesperrt und Häfen geschlossen

Der Sturm hat bislang zur Sperrung von 26 Straßen geführt – verursacht durch Überflutungen, Erdrutsche und umgestürzte Bäume. Zudem wurden die Häfen von Cádiz sowie der Straße von Gibraltar aufgrund der gefährlichen Wetterbedingungen geschlossen, was den Schiffsverkehr erheblich beeinträchtigt.

Allein am Dienstag wurden über 130 Einsätze registriert, vor allem wegen überfluteter Straßen, beschädigter Infrastruktur und vorbeugender Rettungsmaßnahmen.

Auch die Sierra Nevada stark betroffen

Die Auswirkungen von Sturm Leonardo sind inzwischen auch in der Sierra Nevada deutlich spürbar. In den Hochlagen kam es zu intensiven Niederschlägen, starken Windböen und eingeschränkter Sicht, was die Lage zusätzlich erschwert. Zufahrtsstraßen waren zeitweise nur eingeschränkt passierbar, einzelne Abschnitte mussten aus Sicherheitsgründen gesperrt werden.

Die Behörden riefen dazu auf, auf nicht zwingend notwendige Fahrten in die Bergregion zu verzichten, da sich Wetter- und Sichtverhältnisse kurzfristig ändern können. Auch Wanderwege und touristische Aktivitäten in höheren Lagen gelten derzeit als potenziell gefährlich.

Historischer Anstieg der Stauseen – größte Zunahme seit 1988

Parallel zur akuten Unwetterlage verzeichnet Spanien einen historischen Anstieg seiner Wasserreserven. Nach Angaben des Umweltministeriums stieg der Wasserstand in den spanischen Stauseen innerhalb nur einer Woche um mehr als 4.500 Hektometerkubikmeter – die größte jemals gemessene Wochenzunahme seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1988.

Diese Wassermenge entspricht rund 1,8 Millionen olympischen Schwimmbecken. Landesweit sind die Stauseen inzwischen zu etwa 67 Prozent gefüllt – fast zehn Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr und deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre.

Alle 16 Flussgebiete Spaniens verzeichneten Zuwächse. Besonders stark fiel der Anstieg im kantabrischen Raum, im Miño-Sil-Becken sowie in Teilen Andalusiens aus. Selbst das traditionell wasserarme Segura-Becken konnte leichte Zugewinne verbuchen, bleibt jedoch weiterhin das Becken mit den niedrigsten Reserven.

Kontrollierte Wasserablässe und erhöhte Alarmbereitschaft

Um auf weitere Regenfälle vorbereitet zu sein, haben die Behörden in mehreren Regionen begonnen, Wasser kontrolliert aus Stauseen abzulassen. In Andalusien betrifft dies bereits mehr als 50 Talsperren, auch in anderen Regionen wie Madrid laufen ähnliche Maßnahmen.

Meteorologen sprechen von einem anhaltenden „Zug von Sturmtiefs“, der seit Wochen über die Iberische Halbinsel zieht. Die Böden sind vielerorts vollständig gesättigt, was das Risiko für plötzliche Sturzfluten zusätzlich erhöht.

Kein gewöhnliches Regenereignis

Experten sind sich einig: Leonardo ist keine gewöhnliche Winterborrasca. Die Kombination aus extremen Regenmengen, gesättigten Böden und bereits hohen Wasserständen zwingt die Behörden zu maximaler Vorsicht.

Die Bevölkerung wird eindringlich dazu aufgerufen, die Warnstufe Orange ernst zu nehmen. Die Lage könne sich jederzeit rasch verändern.

Kurz gesagt: Leonardo ist keine gewöhnliche Winterborrasca. Andalusien hält stand – aber mit maximaler Vorsicht.

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