13. Juni 2025
Lesezeit 1 Minute

Tödlicher Fall von Tollwut in Spanien nach Auslandsaufenthalt in Äthiopien

Redaktion Spanien Press

Ein 44-jähriger Freiwilliger aus der Provinz Alicante stirbt, nachdem er Monate zuvor in Afrika von einem Hund gebissen wurde.

Valencia – Die Gesundheitsbehörden der Comunidad Valenciana haben den Tod eines Mannes bestätigt, der am 7. Juni 2025 im Universitätsklinikum La Fe in Valencia an den Folgen einer Tollwutinfektion verstorben ist. Es handelt sich um einen 44-jährigen Bewohner der Gemeinde Agres (Alicante), der im Sommer 2024 als freiwilliger Helfer einer Nichtregierungsorganisation nach Äthiopien gereist war.

Während seines Aufenthalts wurde der Mann von einem streunenden Hund in das Bein gebissen. Da er nicht gegen Tollwut geimpft war und die Wunde keine ernsthaften Beschwerden verursachte, verzichtete er auf eine medizinische Nachsorge. Nach seiner Rückkehr nach Spanien beobachtete er über mehrere Monate unspezifische Symptome wie Fieber, Unwohlsein und psychische Veränderungen. Erst als eine ausgeprägte Wasseraversion (Hydrophobie) auftrat – ein typisches Anzeichen der fortgeschrittenen Tollwut – wurde der Zusammenhang mit dem damaligen Tierbiss erkannt.

Am 29. Mai 2025 bestätigte das Nationale Zentrum für Mikrobiologie den Verdacht auf eine Tollwutinfektion. Der Patient wurde zunächst im Krankenhaus Virgen de los Lirios in Alcoy behandelt und anschließend ins Krankenhaus La Fe in Valencia überführt, das als Referenzzentrum für Infektionskrankheiten gilt. Dort erhielt er eine Notfallbehandlung mit Immunglobulin, doch zu diesem Zeitpunkt war die Erkrankung bereits zu weit fortgeschritten. Der Patient verstarb wenige Tage später. Seine Ehefrau und sein Kind wurden vorsorglich postexpositionell behandelt.

Tollwut: Eine vergessene, aber weiterhin tödliche Erkrankung

Tollwut ist eine akute virale Enzephalomyelitis, die das zentrale Nervensystem befällt und in nahezu 100 % der symptomatischen Fälle tödlich verläuft. Der Erreger – ein Virus der Gattung Lyssavirus – wird überwiegend durch den Biss infizierter Tiere, insbesondere Hunde, übertragen. In Europa sind auch Übertragungen durch Fledermäuse dokumentiert. Die Inkubationszeit kann stark variieren und sich über Wochen bis zu mehreren Monaten erstrecken, abhängig von der Bissstelle und der Virenlast.

Mit dem Auftreten erster Symptome wie Fieber, Nervosität, Muskelzuckungen und neurologischer Auffälligkeiten wie Hydrophobie oder Lähmungen ist eine Behandlung in der Regel nicht mehr erfolgreich. Die wirksamste Prävention besteht in der Impfung – sowohl präventiv vor Risikoreisen als auch als sofortige Maßnahme nach einem potenziell infektiösen Kontakt.

Der Fall aus Agres stellt eine ernste Mahnung dar: Auch im 21. Jahrhundert und trotz fortschrittlicher medizinischer Versorgung bleibt Tollwut eine lebensbedrohliche Gefahr – insbesondere für Reisende in endemische Regionen, die sich nicht ausreichend impfen lassen oder tierische Verletzungen unterschätzen.

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