Redaktion Spanien Press
Heute, legen in ganz Spanien Tausende von Ärztinnen und Ärzten ihre Arbeit nieder und demonstrieren auf der Straße. Es handelt sich um einen landesweiten Streik, zu dem die wichtigsten medizinischen Gewerkschaften aufgerufen haben – ein deutliches Signal an die Regierung in Madrid.
Warum streiken die Ärztinnen und Ärzte?
Auslöser des Protests ist ein neuer Gesetzesentwurf des Gesundheitsministeriums, das sogenannte „Estatuto Marco“. Es ist ein Reformvorschlag zur Regelung der Arbeitsbedingungen im öffentlichen Gesundheitswesen (Sistema Nacional de Salud, SNS).
Die Ärzteschaft kritisiert insbesondere:
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Sehr lange Arbeitszeiten: bis zu 45 Stunden pro Woche und Bereitschaftsdienste von bis zu 24 Stunden.
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Bereitschaftsdienste werden schlecht entlohnt und zählen nicht für die Rentenberechnung.
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Fehlende gesetzliche Ruhezeiten nach langen Diensten.
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Verpflichtung zur ausschließlichen Tätigkeit im öffentlichen System für bestimmte Positionen.
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Genereller Mangel an Anerkennung und einheitlicher Status mit anderen Gesundheitsberufen, trotz höherer Verantwortung.
Die Gewerkschaften sprechen von einer „kontinuierlichen Prekarisierung“ und fordern ein eigenes Berufsstatut ausschließlich für Ärztinnen und Ärzte.
Was bedeutet das für Patientinnen und Patienten?
Während des Streiks sind in ganz Spanien sogenannte Mindestdienste garantiert. Das heißt:
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Notfälle, Geburten, Onkologie, Intensivmedizin und Dialyse werden weiterhin behandelt.
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Viele reguläre Termine und nicht dringliche Operationen wurden verschoben oder gestrichen.
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Die Versorgung entspricht im Wesentlichen der an einem Feiertag.
Wer in Spanien lebt und medizinische Termine hat, sollte heute prüfen, ob diese stattfinden oder neu angesetzt werden müssen.
Wo wird heute demonstriert?
Die Proteste finden in vielen Regionen Spaniens statt:
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In Madrid wird vor dem Parlament demonstriert.
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Auch in Andalusien, Valencia, Murcia, Aragón, auf den Kanarischen Inseln und den Balearen gibt es Aktionen.
Allein in Málaga sind rund 5.700 Ärztinnen und Ärzte zum Streik aufgerufen, in ganz Andalusien mehr als 30.000.
Was sagt die Regierung?
Das Gesundheitsministerium unter Mónica García betont, dass der Gesetzesentwurf das Ziel habe, ein veraltetes System zu modernisieren. Er sehe unter anderem kürzere Arbeitszeiten, mehr Stabilität in Arbeitsverträgen und bessere Ruhezeiten vor.
Die Gewerkschaften hingegen kritisieren, dass der Entwurf zu kurzfristig vor dem Streik veröffentlicht wurde – ein Versuch, die Proteste zu unterlaufen, wie sie sagen.
