Ein seltener und dramatischer Zwischenfall ereignete sich auf den Kanarischen Inseln, als ein mit rund 180 Menschen besetztes Boot während der Rettung kenterte.
Ein sogenanntes Cayuco, ein Holzboot mit schätzungsweise 180 Migranten an Bord, ist heute Morgen im Hafen von La Restinga auf der Kanarischen Insel El Hierro gekentert. Das Unglück ereignete sich im Moment der Übergabe an das spanische Seenotrettungsschiff Salvamar, das die Migranten zuvor auf hoher See gerettet hatte.
Ersten Berichten zufolge könnte das Boot gekentert sein, weil sich zu viele Menschen auf eine Seite bewegten. Es ist das erste Mal, dass sich ein solcher Vorfall bei der Anlandung im Hafen von El Hierro ereignet. Einige Personen sollen möglicherweise unter dem gekenterten Boot eingeschlossen worden sein.
Die Situation war angespannt. Da viele der Geretteten nicht schwimmen können, war sofortiges Eingreifen erforderlich. Rettungskräfte warfen Schwimmwesten ins Wasser, um den Menschen Halt zu geben. Auch Taucher lokaler Tauchclubs beteiligten sich spontan an der Rettungsaktion.
Unter den Passagieren befanden sich mehrere Minderjährige sowie mindestens ein Baby. Eine Person musste medizinisch versorgt werden, andere sind laut Augenzeugen in sehr schlechtem gesundheitlichem Zustand – vermutlich infolge der Strapazen der Überfahrt und des Unfalls.
Die Kanarischen Inseln vor der nordwestafrikanischen Küste sind ein häufiger Zielpunkt für Migranten, die versuchen, Europa zu erreichen. Viele von ihnen wagen die gefährliche Atlantikroute in überfüllten, oft kaum seetauglichen Booten.
Die Behörden arbeiten noch daran, die genaue Zahl der Menschen an Bord und ihren Zustand zu ermitteln.
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