Die Fahrdienstvermittler Uber, Cabify und Bolt stehen in Spanien unter behördlicher Untersuchung, nachdem sie während des großflächigen Stromausfalls am 28. April die Preise massiv erhöht haben sollen. Da der öffentliche Nahverkehr vielerorts zusammenbrach, griffen zahlreiche Menschen auf diese Apps zurück – und wurden mit stark gestiegenen Fahrpreisen konfrontiert.
Verdacht auf Gesetzesverstoß
In den Stunden des Blackouts stiegen die Fahrpreise bei Cabify um bis zu 300 %, bei Uber um etwa 116 % und bei Bolt um rund 30 %. Damit könnten die Anbieter gegen ein Gesetz aus dem Jahr 2024 verstoßen haben, das Preisanpassungen in Notsituationen, bei Katastrophen oder Gefahrenlagen untersagt. Die Regelung wurde nach dem Unwetter DANA in Valencia eingeführt, um Verbraucher in Krisenzeiten zu schützen.
Mögliche Strafen und politische Folgen
Die Ermittlungen konzentrieren sich auf Regionen wie Andalusien, Galicien und Madrid, wo der Notstand ausgerufen wurde. Bei Verstößen drohen Geldstrafen von bis zu 100.000 Euro oder bis zum Sechsfachen des erzielten Gewinns.
Die politische Plattform Sumar fordert zudem, dass die Geschäftsführungen von Uber und Cabify vor dem spanischen Parlament aussagen. Außerdem wird mehr Transparenz bei den Preisalgorithmen der Plattformen verlangt.
Reaktionen der Unternehmen
Cabify räumte die Preiserhöhungen ein, betonte aber, dass diese nur kurzfristig gegolten hätten und nach Bekanntwerden des Ernstes der Lage wieder gesenkt worden seien. Uber und Cabify erklärten, mit den Behörden kooperieren zu wollen und keine Regelverstöße begangen zu haben.
Taxis hielten Preise stabil
Im Gegensatz dazu hielten traditionelle Taxis ihre regulierten Tarife stabil. Manche Taxifahrer boten sogar kostenlose Fahrten für Betroffene an – ein starkes Zeichen und Kontrast zu den dynamischen Preisen der Plattformen. Das hat die Diskussion um faire Preisgestaltung in Krisenzeiten neu entfacht.
Debatte um algorithmische Preismodelle
Der Vorfall wirft erneut Fragen zur Rolle algorithmisch gesteuerter Preissysteme bei essenziellen Dienstleistungen auf. Die spanischen Behörden kündigten an, die Ergebnisse der laufenden Untersuchung in Kürze zu veröffentlichen.
