1 de Mai de 2025
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Spanien im Dunkeln: Tote, Rettungsaktionen und Chaos während des großen Blackouts 2025

Während des landesweiten Stromausfalls in Spanien blieben zwei Arbeiter auf einer Plattform vor dem 53. Stock eines Hochhauses in Madrid stecken Foto (Código 10)

Am 28. April 2025 wurde Spanien – ebenso wie Teile Portugals – von einem massiven Stromausfall lahmgelegt. Fast zehn Stunden lang stand das Land still: Tausende Menschen saßen in Aufzügen fest, Züge blieben stehen, Flughäfen wurden geschlossen – und mindestens sieben Menschen verloren ihr Leben. Der Tag offenbarte die alarmierende Anfälligkeit der nationalen Infrastruktur.

Zwei Fensterreiniger 200 Meter über dem Boden gefangen

Jonathan Bernal und sein Kollege Rubén befanden sich gerade auf der Plattform eines Hochhauses in Madrid, als der Strom ausfiel. In 200 Metern Höhe, vor dem 53. Stock der Torre Emperador Castellana, stoppte ihr motorisiertes Gerüst abrupt. Ohne Mobilfunkempfang und ohne jegliche Möglichkeit, Hilfe zu rufen, waren sie über Stunden hinweg der Sonne und Hitze ausgeliefert.

Zwei Frauen im Inneren des Gebäudes bemerkten die Situation und verständigten sich per Handzeichen mit den Männern. Schließlich gelang es einem Kollegen, die Plattform über eine manuelle Notsteuerung aus dem 58. Stock nach unten zu bringen.

Über 280 Aufzug-Rettungen allein in Madrid

In der Hauptstadt musste die Feuerwehr in mehr als 280 Fällen Personen aus steckengebliebenen Aufzügen befreien. In Barcelona saßen eine Lehrerin und fünf Schüler zwei Stunden lang in einem Aufzug fest – ohne Notrufverbindung, was bei den Jugendlichen Panik auslöste. Auch in Zaragoza mussten mehrere Personen ohne Telefonverbindung befreit werden.

Züge gestoppt, tausende Passagiere gestrandet

Über 116 Züge blieben in Spanien stehen. Rund 35.000 Passagiere waren betroffen, viele mussten evakuiert werden. Besonders dramatisch war die Lage in den Tunneln von Pajares, wo ein Zug acht Stunden lang festsaß. In Madrid standen 44 U-Bahn-Züge still, etwa 150.000 Menschen konnten ihre Fahrt nicht fortsetzen.

Flughäfen und öffentlicher Verkehr im Ausnahmezustand

Auch die Flughäfen Barajas (Madrid) und El Prat (Barcelona) waren betroffen: Mehr als 300 Flüge wurden gestrichen oder erheblich verspätet. In zahlreichen Städten kam der Bus- und Bahnverkehr völlig zum Erliegen.

Mindestens sieben Todesopfer durch den Stromausfall

Neben den technischen Folgen forderte der Blackout auch Menschenleben:

  • In Taboadela (Galicien) starben ein älteres Ehepaar (81 und 77 Jahre) sowie ihr Sohn (56), nachdem sie einen Generator zur Stromversorgung eines Beatmungsgeräts genutzt hatten. Die Familie starb an Kohlenmonoxidvergiftung.

  • In Alzira (Valencia) starb eine 46-jährige Frau, deren lebensnotwendiges Sauerstoffgerät ausfiel.

  • In Carabanchel (Madrid) kam eine Frau bei einem Wohnungsbrand ums Leben, der vermutlich durch eine Kerze während des Stromausfalls ausgelöst wurde. Weitere 13 Menschen wurden verletzt, fünf davon schwer.

  • Weitere Todesfälle ereigneten sich in Ferrol, Betanzos und Dumbría, ebenfalls in Galicien.

Zudem wurden Dutzende Menschen mit Vergiftungserscheinungen durch unsachgemäßen Gebrauch von Generatoren in Krankenhäuser eingeliefert.

Ursachen unklar – Regierung leitet Untersuchung ein

Die spanische Regierung hat eine umfassende Untersuchung angekündigt. Zwar wurden ein Cyberangriff oder Extremwetter ausgeschlossen, doch mögliche Ursachen wie eine Kettenreaktion technischer Ausfälle in Umspannwerken oder Instabilitäten im Stromnetz werden geprüft. Besonders die hohe Abhängigkeit von erneuerbaren Energien wird kritisch diskutiert.

Der Stromausfall betraf bis zu 60 Prozent des nationalen Netzes – und offenbarte strukturelle Schwächen, die seit Jahren bekannt, aber nicht behoben worden sind.


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