In einer bisher beispiellosen Aktion hat die Policía Local von Valencia den Kampf gegen sogenannte „Gorrillas“ verschärft – informelle Parkplatzaufseher, die auf öffentlichen Straßen Parkplätze „verwahren“ und von Autofahrern Geld verlangen. Zwischen dem 2. und 9. Februar 2026 wurden bei verstärkten Kontrollen 276 Anzeigen erstattet, wie die Stadtverwaltung bekanntgab.
Redaktion Spanien Press
von Marlon Gallego Bosbach
Hotspots der Polizeikontrollen
Die Schwerpunkte der Einsätze lagen in besonders betroffenen Vierteln Valencias:
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Campanar: 62 Anzeigen
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Russafa: 43 Anzeigen
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Weitere 55 Anzeigen wurden von der Unidad de Seguridad, Apoyo y Prevención (USAP) in verschiedenen Stadtteilen erhoben
Die Polizei erklärte, dass diese Maßnahmen sowohl der öffentlichen Sicherheit als auch der Verkehrsordnung dienen sollen und darauf abzielen, Belästigungen und mögliche kriminelle Aktivitäten im Zusammenhang mit den Gorrillas zu unterbinden.
Rechtsgrundlage der Anzeigen
Die Sanktionen stützen sich auf die kommunale Mobilitätsverordnung (Ordenanza de Movilidad), die das unbefugte Einmischen in den Straßenverkehr, das Blockieren von Fahrbahnen oder das Reservieren von Parkplätzen ohne Genehmigung als schwere Verstöße einstuft. Je nach Schwere kann dies Bußgelder bis zu 200 Euro nach sich ziehen.
Die Maßnahmen zeigen, dass Valencia entschlossen ist, die Kontrolle über den öffentlichen Raum zurückzugewinnen und die Rechte von Autofahrern sowie Fußgängern zu schützen.
Wer sind die Gorrillas?
Der Begriff „Gorrillas“ stammt aus dem Spanischen und bezeichnet Personen, die informell Parkplätze auf Straßen „bewachen“ und von den Fahrzeughaltern ein Entgelt verlangen – ohne irgendeine offizielle Genehmigung. Viele Anwohner klagen seit Jahren über Belästigung, Lärm und unkontrollierte Reservierungen.
Diese Praxis ist nicht nur ärgerlich, sondern kann in manchen Fällen auch gefährlich sein: Autofahrer fühlen sich unter Druck gesetzt, werden eingeschüchtert oder sogar bedroht, wenn sie die geforderten Summen nicht zahlen. In einigen Fällen kam es zu Handgreiflichkeiten zwischen Gorrillas selbst, etwa in der Nähe des Busbahnhofs, bei denen die Polizei eingreifen musste.
Warum die Aktion so wichtig ist
Die jüngsten Kontrollen setzen ein klares Zeichen: Valencia toleriert keine informellen „Parkplatzmafia“-Strukturen mehr. Die Vorteile der Aktion auf einen Blick:
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Für die Stadt: Wiederherstellung der Verkehrsordnung und Sicherheit im öffentlichen Raum.
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Für Anwohner: Weniger Belästigung, mehr Lebensqualität und Schutz vor Einschüchterung.
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Für Autofahrer: Schutz vor Erpressung und illegitimen Zahlungen.
Die Polizeieinsätze zeigen, dass gesetzliche Vorschriften konsequent durchgesetzt werden können, wenn Stadtverwaltung und Sicherheitskräfte koordiniert handeln.
Ausblick
Die Stadt Valencia plant, die Kontrollen regelmäßig fortzusetzen, insbesondere in Vierteln, die als Hotspots für Gorrillas bekannt sind. Ziel ist es, langfristig ein System zu etablieren, das illegale Parkplatzaufseher wirksam unterbindet, ohne dass dafür ständige Notfalleinsätze nötig sind.
Die Maßnahme wird von vielen Anwohnern und Verkehrsteilnehmern begrüßt und gilt als präventives Signal, dass die Stadtverwaltung die Rechte der Bürger konsequent schützt.
