Die Küstenregion von Los Gigantes im Süden Teneriffas erlebt eines der schwersten Unglücke der letzten Jahre. In der Nacht ist eine weitere Frau verstorben, die nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand in ein Krankenhaus eingeliefert worden war. Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer nach dem dramatischen Vorfall im beliebten Naturbecken Isla Cangrejo auf vier
Redaktion Spanien Press
Der tragische Unfall ereignete sich am Sonntagnachmittag, als eine Gruppe von Personen offenbar ein deutlich sichtbares Absperrgitter mit Zutrittsverbot ignorierte. Kurz darauf wurden sie von einem plötzlich auflaufenden Schwall einer schweren Welle überrascht, die sie ins Meer riss. Die örtlichen Behörden hatten bereits zuvor vor starkem Wellengang gewarnt, der an diesem Wochenende die gesamte Südwestküste Teneriffas betroffen hatte.
Keine Angaben zur Nationalität der Opfer
Die Polizei hat bislang keine Informationen zur Nationalität der vier Verstorbenen veröffentlicht. Nach Angaben der Rettungsdienste handelt es sich um:
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einen 35-jährigen Mann,
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eine 55-jährige Frau,
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einen weiteren Mann unbekannten Alters,
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sowie die verunglückte Frau, die nach einem Herzstillstand reanimiert worden war, jedoch Stunden später im Krankenhaus verstarb.
Alle vier Personen wurden von der Kraft der Welle erfasst, wobei Rettungsschwimmer, Feuerwehr und Polizei sofort eingriffen. Dennoch kamen für drei der Opfer jede Hilfe zu spät. Die vierte Person war zunächst erfolgreich reanimiert worden, erlag jedoch später ihren schweren Verletzungen.
Beliebter Badeplatz – aber bei schlechtem Wetter extrem gefährlich
Das Naturbecken Isla Cangrejo ist bei Einheimischen wie Touristen beliebt, doch bei starkem Wellengang gilt es als besonders riskant. Die örtliche Gemeindeverwaltung hatte in der Vergangenheit wiederholt Schilder und Absperrungen angebracht, um Badegäste bei gefährlichen Bedingungen fernzuhalten.
Nach Angaben der Einsatzkräfte befand sich zum Zeitpunkt des Unfalls ein sehr hoher Wellengang, ausgelöst durch ein Tiefdruckgebiet über dem Atlantik. Die Wellen erreichten eine solche Kraft, dass sie problemlos über die Felsbarrieren hinweg in das Becken hineinschossen.
Ermittlungen eingeleitet
Die Guardia Civil untersucht nun die genauen Umstände des Unglücks. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die Gruppe trotz der Warnungen und Absperrungen bewusst in den gesperrten Bereich eingedrungen ist. Erste Hinweise deuten auf eine mögliche Fahrlässigkeit seitens der Verunglückten hin, doch die Ermittlungen laufen weiter.
Ein Unglück, das die Insel erschüttert
Die Gemeinde Santiago del Teide, zu der Los Gigantes gehört, hat ihr tiefstes Beileid ausgesprochen und die Bevölkerung erneut dazu aufgerufen, Absperrungen und Warnhinweise strikt zu respektieren – besonders während der winterlichen Monate, in denen das Meer im Atlantik schnell unberechenbar wird.
