Das Schuljahr ist vorbei… und jetzt? Was mache ich mit den Kindern?
Redaktion Spanien Press
Wer mit Kindern in Spanien lebt, kennt das Problem: Die Sommerferien dauern bis zu elf Wochen, von Mitte Juni bis Anfang September. Eine echte Herausforderung für Familien, besonders wenn – wie in den meisten Fällen – beide Elternteile berufstätig sind.
Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern, wo die Ferien übers Jahr verteilt sind, konzentriert sich in Spanien der Großteil der Ferienzeit auf den Sommer. Doch kaum ein Arbeitsvertrag bietet auch nur annähernd so viele Urlaubstage. Das Resultat: Ab heute beginnt für viele Familien der organisatorische Ausnahmezustand.
Wie kann man Kinderbetreuung im Sommer organisieren?
Viele Eltern greifen auf eine Kombination verschiedener Lösungen zurück:
– Sommercamps (Ferienbetreuung mit Aktivitäten),
– Großeltern,
– Homeoffice,
– oder gegenseitige Unterstützung unter Freunden.
Sommercamps sind beliebt, aber nicht immer erschwinglich oder verfügbar. Großeltern spielen nach wie vor eine zentrale Rolle in der Kinderbetreuung in Spanien – wenn sie in der Nähe wohnen. Und Homeoffice kann helfen, bedeutet aber oft doppelte Belastung: arbeiten und gleichzeitig Kinder beschäftigen.
Besonders schwierig ist es für ausländische Familien in Spanien, die keine familiäre Unterstützung vor Ort haben. Viele sind auf sich allein gestellt und müssen kreative Lösungen finden, um die lange schulfreie Zeit zu überbrücken.
Laut einer aktuellen Umfrage halten 68 % der Familien das öffentliche Angebot zur Ferienbetreuung in Spanien für unzureichend. Und 74 % sehen den Sommer als größte Herausforderung für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie (Work-Life-Balance Spanien).
Kinder lieben die langen Sommerferien in Spanien, und das mit Recht. Doch für berufstätige Eltern ist diese Zeit oft ein Drahtseilakt. Die Realität zeigt: Vereinbarkeit ist in Spanien noch immer ein Luxus, kein Recht – vor allem im Sommer.
