Der spanische Immobilienmarkt boomt – nicht nur wegen der nationalen Nachfrage, sondern auch durch das zunehmende Interesse internationaler Käufer, die je nach Herkunft unterschiedliche Regionen bevorzugen.
Im Jahr 2024 wurde fast jede fünfte Immobilie in Spanien von einem ausländischen Käufer erworben. Insgesamt wurden laut dem spanischen Zentrum für notarielle Statistik 139.102 Verkäufe registriert – ein Anstieg von 5,9 % gegenüber dem Vorjahr. Besonders deutlich war der Zuwachs in der zweiten Jahreshälfte, als die Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank zu einer Marktbelebung führten. Zwischen Juli und Dezember wurden 69.690 Transaktionen durch ausländische Käufer abgeschlossen, davon lebten etwa 40 % nicht in Spanien.
Süden, Inseln oder Norden: die Regionen nach Herkunft der Käufer
Britische Käufer sind besonders aktiv im Süden Spaniens und auf den Inseln, auch wenn sie dort etwas weniger präsent sind. In den meisten Fällen kaufen sie Immobilien als Zweitwohnsitz oder Ferienobjekt, weniger zum dauerhaften Wohnen.
Deutsche Käufer zieht es vor allem auf die Kanaren und die Balearen. In der zweiten Jahreshälfte 2024 machten sie 55 % der Käufe auf den Kanarischen Inseln und 53 % auf den Balearen aus – deutlich vor anderen Nationalitäten. An zweiter Stelle lagen jeweils die Briten, mit 11 % bzw. 9 %.
In Zentralspanien, besonders in Madrid, dominieren dagegen Käufer aus China (18 %) und den USA (10 %). Madrid ist die einzige Region, in der asiatische Investoren unter den Nicht-Residenten hervorstechen – eine Ausnahmeerscheinung im landesweiten Vergleich.
Im Norden Spaniens – in Regionen wie Kastilien-León, Kantabrien, Navarra, Aragonien und Katalonien – sind französische Käufer führend. In vielen dieser Regionen machen sie zwischen 20 % und 33 % der Käufe aus. Auch im Westen, etwa in Extremadura und Teilen Galiciens, spielen Käufer aus Nachbarländern eine große Rolle: In Extremadura führen die Portugiesen, in Galicien belegen sie den zweiten Platz mit 11 %.
US-Amerikaner und hohe Quadratmeterpreise
In Regionen wie Galicien, Asturien, La Rioja und dem Baskenland sind es vor allem Käufer aus den USA, die auffallen – insbesondere durch ihre hohe Zahlungsbereitschaft. Im Schnitt gaben sie 3.878 Euro pro Quadratmeter aus. Noch höhere Durchschnittspreise zahlten nur Käufer aus Venezuela (5.543 €/m²) und Kolumbien (4.951 €/m²). Auch Chinesen und Ecuadorianer überschritten die 3.500-Euro-Marke, während unter den europäischen Käufern besonders die Schweden hohe Beträge investierten.
Wer in Spanien lebt, zahlt weniger – und kauft häufiger zum Wohnen
Ausländische Käufer mit Wohnsitz außerhalb Spaniens zahlen deutlich höhere Preise – im Schnitt 3.063 Euro pro Quadratmeter in der zweiten Jahreshälfte 2024, ein Plus von 12,8 % im Vergleich zum Vorjahr. Dagegen zahlten Ausländer mit festem Wohnsitz in Spanien durchschnittlich 1.795 Euro pro Quadratmeter.
Besonders aktiv unter den in Spanien lebenden Käufern sind Marokkaner (12,3 %) und Rumänen (9,7 %), die zusammen fast 9.000 Immobilien kauften. Diese beiden Gruppen stellen laut spanischem Statistikamt auch die größte ausländische Bevölkerung im Land.
In den meisten Regionen dominieren diese Nationalitäten das Marktgeschehen – mit Ausnahmen: In Madrid und auf den Inseln sind chinesische, italienische und lateinamerikanische Käufer auffällig aktiv. Besonders Italiener spielen in Katalonien, auf den Balearen und Kanaren eine bedeutende Rolle – mit bis zu 26 % der ausländischen Käufe in bestimmten Gebieten. In den Kanaren teilen sie sich die Spitze mit den Briten, die dort ebenfalls stark vertreten sind – genau wie im Süden der Halbinsel.
