26. Juni 2026
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Wohnung zur Miete gesucht und Familie dabei? Viel Glück – immer weniger Vermieter möchten an Familien vermieten

Hohe Nachfrage, steigende Unsicherheit und strengere Auswahlkriterien machen die Wohnungssuche für Familien in Spanien zunehmend zu einer fast unlösbaren Aufgabe

Redaktion Spanien Press

Familien haben es auf dem Mietmarkt immer schwerer

Der spanische Mietmarkt befindet sich in einer tiefen Krise. Rekordmieten, ein chronischer Wohnungsmangel und eine enorme Nachfrage sorgen dafür, dass die Suche nach einer Mietwohnung für viele Menschen zur Geduldsprobe wird. Besonders betroffen sind jedoch Familien mit Kindern.

Immer mehr Familien berichten, dass sie trotz eines festen Einkommens und stabiler Arbeitsverhältnisse kaum noch Chancen haben, eine Wohnung zu finden.

Wohnungen verschwinden oft innerhalb weniger Stunden vom Markt

Nach aktuellen Daten des Immobilienportals Idealista wurden im ersten Quartal 2026 bereits 16 Prozent aller Mietwohnungen innerhalb von weniger als 24 Stunden vermietet. In Städten wie San Sebastián oder Barcelona lag dieser Anteil sogar bei rund 40 Prozent.

Jede neu angebotene Mietwohnung erhält inzwischen durchschnittlich 41 Anfragen – mehr als doppelt so viele wie noch vor drei Jahren.

Vermieter wählen immer selektiver aus

Angesichts der großen Zahl an Interessenten entscheiden sich viele Vermieter zunehmend für Bewerber, die sie als besonders risikoarm einstufen. Hohe und stabile Einkommen, unbefristete Arbeitsverträge sowie kleine Haushalte gelten heute häufig als entscheidende Kriterien.

Familien mit mehreren Kindern oder Haustieren berichten dagegen immer häufiger, bereits im Vorfeld ausgeschlossen zu werden.

Neue Wohnungsregeln sorgen bei Eigentümern für Unsicherheit

Viele Eigentümer begründen ihre Zurückhaltung mit der aktuellen Gesetzeslage. Die in den vergangenen Jahren eingeführten Regelungen im Wohnungsbereich hätten bei zahlreichen Vermietern das Gefühl verstärkt, im Falle von Mietausfällen oder Konflikten nicht ausreichend geschützt zu sein.

Die Sorge vor langwierigen Räumungsverfahren, Zahlungsausfällen oder Schwierigkeiten bei der Rückerlangung der eigenen Immobilie führt dazu, dass Vermieter heute deutlich vorsichtiger geworden sind und oftmals Bewerber mit möglichst geringen Risiken bevorzugen.

Haustiere sind ebenfalls häufig ein Ausschlusskriterium

Neben Familien gehören auch Haustierbesitzer zu den großen Verlierern auf dem spanischen Mietmarkt. In vielen Wohnungsanzeigen wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass keine Tiere erlaubt sind. Andere Vermieter lehnen entsprechende Bewerber stillschweigend ab.

Für viele Familien bedeutet dies, dass die Wohnungssuche inzwischen nicht nur vom Einkommen, sondern zunehmend auch von der familiären Situation abhängt.

Das eigentliche Problem bleibt der Wohnungsmangel

Experten sind sich einig: Das Kernproblem bleibt die unzureichende Zahl verfügbarer Mietwohnungen. Solange das Angebot nicht deutlich steigt und gleichzeitig ein rechtlicher Rahmen geschaffen wird, der sowohl Mieter als auch Vermieter schützt, dürfte sich die Situation kaum entspannen.

Für viele Familien in Spanien gilt deshalb inzwischen: Wer eine Mietwohnung sucht, braucht vor allem eines – sehr viel Glück.

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