12. Mai 2026
Lesezeit 2 Minuten

Wusstest du, dass ein Spanier aus Segovia in Neuseeland einen ganzen Clan gründete? Die unglaubliche Geschichte der „Paniora“

Die „Paniora“ — was übersetzt so viel wie „die Spanier“ bedeutet. KI-generiertes Bild.

Zwischen Spanien und Neuseeland liegen fast 20.000 Kilometer. Zwei Länder, die geografisch kaum weiter voneinander entfernt sein könnten. Und trotzdem verbindet beide bis heute eine außergewöhnliche Geschichte, die viele Menschen selbst in Spanien kaum kennen.

Denn im 19. Jahrhundert wanderte ein Mann aus Segovia ans andere Ende der Welt aus — und wurde dort zum Ursprung eines der bekanntesten Māori-Clans mit spanischen Wurzeln.

Redaktion Spanien Press

Ein Wollhändler aus Kastilien verändert sein Leben für immer

Manuel José de Frutos Huerta wurde 1811 im kleinen Ort Valverde del Majano geboren. Seine Familie arbeitete im Wollhandel, damals ein wichtiger Wirtschaftszweig in Kastilien.

Doch Manuel José verließ Spanien früh. Über Peru gelangte er schließlich auf ein englisches Walfangschiff namens Elizabeth, das durch den Südpazifik fuhr.

1835 erreichte das Schiff die Ostküste der Nordinsel Neuseelands — eine damals abgelegene und für Europäer kaum erschlossene Region. Dort geschah etwas, das sein Leben komplett verändern sollte: Manuel José entschied sich offenbar spontan, das Schiff zu verlassen und nie wieder zurückzukehren.

Der Spanier unter den Māori

Anders als viele europäische Siedler jener Zeit kam Manuel José nicht als Eroberer oder Soldat. Historischen Berichten zufolge wurde er von der Māori-iwi Ngāti Porou aufgenommen — einer der bedeutendsten Māori-Stämme Neuseelands.

Die Einheimischen sollen beeindruckt gewesen sein von seinen Handelskenntnissen und seinem technischen Wissen. Bald nannten sie ihn einfach „The Spaniard“ — der Spanier.

Aus dieser Bezeichnung entwickelte sich später das Māori-Wort „Paniora“. Unter diesem Namen ist die Familie bis heute in Neuseeland bekannt.

Fünf Frauen, zahlreiche Kinder — und tausende Nachfahren

Manuel José integrierte sich immer stärker in die Māori-Kultur. Berichten zufolge heiratete er insgesamt fünf Frauen aus angesehenen Māori-Familien: Tapita, Te Mihi-i-te-kapua, Koariki, Kahutawhiti und Maraea.

Aus diesen Verbindungen entstanden zahlreiche Kinder — und schließlich eine riesige Familienlinie. Heute gehen Historiker davon aus, dass rund 20.000 Menschen in Neuseeland und Australien direkte Nachfahren des Spaniers aus Segovia sind.

Für viele Mitglieder des Paniora-Clans gehört die spanische Herkunft bis heute fest zur eigenen Identität. Auch wenn viele kein Spanisch sprechen, leben Geschichten, Erinnerungen und Symbole Spaniens innerhalb der Familien weiter.

Spanische Flaggen und Māori-Traditionen

Besonders faszinierend ist für viele Beobachter die Mischung beider Kulturen. Bei Treffen des Paniora-Clans sollen Māori-Traditionen, Tätowierungen und Zeremonien auf spanische Flaggen, Gitarrenmusik und Erinnerungen an Spanien treffen.

Sogar die Geschichte eines Olivenbaums, den Manuel José als Erinnerung an seine Heimat gepflanzt haben soll, wird bis heute weitererzählt.

Das große Wiedersehen mit Segovia

In Spanien selbst blieb die Geschichte jahrzehntelang fast unbekannt. Erst 2007 reiste eine Delegation von Māori-Nachfahren nach Valverde del Majano, um die Heimat ihres Vorfahren kennenzulernen.

Die Begegnung sorgte damals für großes emotionales Interesse. Die Nachfahren konnten die Taufurkunde von Manuel José sehen und durch dieselben Straßen laufen, die ihr Vorfahre fast zwei Jahrhunderte zuvor verlassen hatte.

Seitdem gilt die Geschichte der Paniora zunehmend als außergewöhnliches Symbol dafür, wie eng die Welt manchmal trotz riesiger Entfernungen verbunden sein kann.

Denn irgendwo am anderen Ende der Welt tragen bis heute tausende Menschen ein kleines Stück Spanien in sich.

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