29. Oktober 2025
Lesezeit 1 Minute

Zwei Mörder wieder frei: Ferrándiz und Gali Balaguer schockieren Spanien mit ihrer Rückkehr in die Freiheit

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José Antonio Ferrándiz, verurteilt wegen der Ermordung mehrerer Frauen in Castellón, und Antonio Gali Balaguer, der Mörder eines Kindes aus Catarroja, sind heute frei – nach jeweils 25 Jahren Haft, der gesetzlich zulässigen Höchstdauer. Ihre Fälle entfachen in Spanien erneut die Debatte über Resozialisierung und Sicherheit.

von Spanien Press

In Andoain, einer ruhigen Kleinstadt im baskischen Guipúzcoa, wurde ein Gerücht plötzlich zur Gewissheit: Der Mann, der dort täglich seinen Kaffee trinkt und unauffällig die Zeitung liest, ist niemand anderes als José Antonio Ferrándiz Asensio, der berüchtigte „Prostituierten-Mörder von Castellón“.

Ich serviere ihm jeden Tag den Kaffee. Erst als ich ihn im Fernsehen sah, wurde mir klar, wer er ist. Seitdem schlafe ich nicht mehr ruhig“, erzählt eine Kellnerin, die anonym bleiben möchte.

Ferrándiz wurde 2002 zu 69 Jahren Haft verurteilt, weil er zwischen 1995 und 1996 mehrere Frauen ermordet hatte. Doch nach dem damaligen Strafrecht durfte kein Täter länger als 25 Jahre tatsächlich in Haft bleiben. So wurde Ferrándiz im Jahr 2023 entlassen – und lebt seitdem unbehelligt in Andoain.

Seine Anwesenheit hat das Dorf gespalten: Zwischen Angst, Misstrauen und der Frage, ob jemand, der zu solch grausamen Taten fähig war, jemals wieder Teil der Gesellschaft sein kann.

Grenzen des Gesetzes

Der Fall von Ferrándiz ist kein Einzelfall. Auch Antonio Gali Balaguer, bekannt als „Kindermörder von Catarroja“, kam bereits 2018 frei, nachdem er die gesetzlich festgelegten 25 Jahre Haft vollständig verbüßt hatte.

Gali hatte 1992 einen elfjährigen Jungen vergewaltigt und ermordet, ein Verbrechen, das die Region Valencia erschütterte. Laut Recherchen von Spanien Press wurde er entlassen, trotz warnender Gutachten, die seine fortbestehende Gefährlichkeit und fehlende Reue betonten. Seit seiner Freilassung führt er ein unstetes Leben, wird von den Behörden beobachtet – und von den Menschen überall, wo er auftaucht, abgelehnt.

Zwischen Gerechtigkeit und Angst

Beide Fälle verdeutlichen die Spannung zwischen dem Recht auf Wiedereingliederung und dem Recht der Gesellschaft auf Sicherheit.
Das Gesetz kann jemanden entlassen – aber die Gesellschaft vergisst nicht“, erklärt ein Kriminologe gegenüber Spanien Press. „Das Problem ist nicht nur juristisch, sondern auch emotional. Diese Menschen kehren in eine Welt zurück, die sie nicht will, und die sich gleichzeitig nicht schützen kann.“

In Andoain herrscht seither eine spürbare Unruhe. Gespräche verstummen, wenn jemand den Namen Ferrándiz ausspricht. Und in Catarroja erinnern sich viele noch mit Bitterkeit an Gali Balaguer.

Spanien steht damit vor einem moralischen Dilemma: Das Gesetz hat seine Pflicht erfüllt – aber die Angst bleibt

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