Er war laut, herzlich und in Marbella eine kleine Legende: Manfred „Manni“ Kratz ist tot. Der ehemalige Diskothekenbesitzer aus dem hessischen Rodgau starb im Alter von 71 Jahren – nur wenige Tage nachdem er einen Herzinfarkt beim Sport überlebt hatte.
Noch am Donnerstag vergangener Woche klang er optimistisch. In einer Nachricht an einen Freund schrieb er: „Ich bin dem Teufel von der Schippe gesprungen. Hoffe, dass ich in zwei Tagen wieder entlassen werde.“
Er kam nach Hause. Er lachte, scherzte, schickte Katzenvideos. Doch nur wenige Stunden später hörte sein Herz auf zu schlagen.
Vom Nachtleben zur Strandpromenade
Manni Kratz war vieles – Unternehmer, Gastgeber, Geschichtenerzähler. Als er 1999 zum ersten Mal an die Costa del Sol reiste, wollte er eigentlich nur Urlaub machen. Doch drei Tage später hatte er sich bereits ein Haus in Marbella gekauft – eine impulsive Entscheidung, die sein Leben veränderte.
2002 eröffnete er „Manni’s Treff“ im Einkaufszentrum La Cañada. Ein kleiner Imbiss, der schnell zum Treffpunkt wurde – nicht nur für Deutsche, sondern für alle, die Lust auf ehrliche Küche und ein bisschen Heimatgefühl unter der Sonne Andalusiens hatten. Seine Currywurst wurde zur Legende, Manni selbst zum inoffiziellen „Würstchenkönig von Marbella“.
Ein Mensch mit Herz
Wer Manni kannte, erinnert sich an einen Mann, der nie um einen Spruch verlegen war, der seine Gäste wie Freunde behandelte und dessen Lachen ansteckend war. Marbella verliert mit ihm nicht nur einen Gastronom, sondern ein echtes Original.
Sein Tod kam plötzlich, mitten aus dem Alltag heraus – aber vielleicht war es genau das, was zu ihm passte. Ohne großes Aufheben. Ohne Abschied. Einfach Manni.
